Frauenhandel
Zürcher Fachstelle FIZ betreut 193 Opfer von Frauenhandel

Die Zürcher Fachstelle Frauenhandel und Frauenmigration FIZ hat im vergangenen Jahr 193 Frauen betreut, die Opfer von Menschenhandel wurden. Das sind so viele Frauen wie noch nie, wie die FIZ am Donnerstag mitteilte.

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Prostituierte am Sihlquai an. (Archiv)

Prostituierte am Sihlquai an. (Archiv)

Keystone

Mit Sorge beobachtet die FIZ, dass 16 Prozent weniger neue Fälle aufgedeckt wurden. Grund dafür sei, dass die spezialisierte Polizei weniger Ressourcen habe, um neue Ermittlungen gegen Menschenhändler aufzunehmen. Anders als bei häuslicher Gewalt werde die Polizei bei Menschenhandel nicht um Hilfe gerufen. Sie müsse aktiv ermitteln.
Dennoch blieben die Strafverfolgungsbehörden die wichtigsten Türöffner. 44 Prozent der 91 neuen Fälle kamen durch Polizei und Justiz. Immerhin elf Mal haben Freier die Ausbeutungs- und Gewaltsituation der Frauen erkannt und ihnen den Kontakt zur Interventionsstelle gebahnt.
27 der Frauen, die im Jahr 2011 neu betreut wurden, kamen aus Ungarn, 19 aus Thailand und jeweils sieben aus Brasilien und der Dominikanischen Republik. Die meisten der insgesamt 193 Betroffenen sind Sexarbeiterinnen. Unter den Opfern ist auch ein Mann.
Mit der ersten Schutzwohnung für Opfer von Frauenhandel in der Schweiz, die 2011 eingerichtet wurde, hat die Fachstelle ihr Betreuungsangebot weiter ausgebaut. Im ersten Jahr wurden bereits 14 Frauen hier aufgenommen. Die Schutzwohnung, die sich an einem geheimen Ort befindet, hat Platz für fünf Frauen und ein Notbett.
In der Beratungsstelle für Migrantinnen haben 442 Frauen aus 64 Ländern Unterstützung bei rechtlichen und psychosozialen Fragen gesucht. Im Vordergrund standen dabei aufenthaltsrechtliche Probleme. 41 Prozent der Ratsuchenden kamen aus Lateinamerika und der Karibik, 24 Prozent aus Osteuropa.
Die Fachstelle Frauenhandel und Frauenmigration FIZ führt zwei Beratungsstellen: die Beratungsstelle für Migrantinnen und die spezialisierte Interventionsstelle Makasi für Opfer von Frauenhandel.