Korruption
Zürcher Ex-Polizist wegen Geschenken und Gratissex vor Gericht

Ein ehemaliger Zürcher Stadtpolizist muss sich am Donnerstag vor dem Obergericht verantworten. Ihm wird vorgeworfen, er habe von einer Prostituierten Geschenke und Sex angenommen. Das Bezirksgericht verurteilte ihn dafür zu einer bedingten Geldstrafe.

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Der Polizist der Stadtpolizei Zürich soll sich Kleider, Elektronikartikel, Flüge, Hotelaufenthalte und auch Sex geschenkt haben lassen. (Symbolbild)

Der Polizist der Stadtpolizei Zürich soll sich Kleider, Elektronikartikel, Flüge, Hotelaufenthalte und auch Sex geschenkt haben lassen. (Symbolbild)

Keystone

Update: Das Zürcher Obergericht eröffnet heute entgegen seiner Ankündigung doch kein Urteil im Fall des Zürcher Ex-Polizisten. Das Obergericht will das Verfahren eventuell ausdehnen und weitere Akten zuziehen. Deshalb werde das Urteil erst in etwa zwei bis vier Wochen eröffnet, sagte der Richter.

Wegen mehrfacher Vorteilsannahme wurde der ehemalige Polizist im Februar zu einer bedingten Geldstrafe von 100 Tagessätzen zu je 100 Franken verurteilt, bei einer Probezeit von zwei Jahren. Damit war er nicht einverstanden, weshalb der Fall nun vor Obergericht landet.

Bei den Geschenken, die der Mann von der Prostituierten entgegennahm, ging es laut Staatsanwalt "nicht um eine Weihnachtsschoggi". Er habe sich - zusammen mit einem anderen Polizisten - Kleider, Elektronikartikel, Flüge, Hotelaufenthalte und auch Sex schenken lassen.

Gemäss seinem Anwalt ging es bei diesen Geschenken aber um nichts Dienstliches. Es sei eine rein private Freundschaft gewesen, bei der gegenseitig Geschenke gemacht worden seien. Der Beschuldigte war selber zwar kein Sittenpolizist, wurde von der Stadtpolizei aber mehrmals als "Schein-Freier" beigezogen.

Dieser Prozess ist ein Nebengleis der so genannten "Chilli's"-Korruptionsaffäre. Der Beschuldigte geriet ins Visier der Ermittler, weil die Staatsanwaltschaft die Kommunikation seines Polizei-Kollegen auswertete, der Sittenpolizist war.