Medizin
Zürcher Epilepsie-Spezialisten spannen zusammen

Eine bessere Versorgung von Patientinnen und Patienten sowie intensivere Forschung sind die Ziele des neuen Zentrums für Epileptologie und Epilepsiechirurgie (ZEE) in Zürich. Es ist ein organisatorischer Zusammenschluss von drei wichtigen Akteuren.

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Epilepsie Stiftung Schweiz.jpg

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swissepi.ch

Für die Patientinnen und Patienten erleichtert das ZEE vor allem den Zugang zu Spezialisten, wie es in einer Mitteilung der USZ vom Donnerstag heisst. Ziel des Zentrums sei es zudem, die epileptiologische Forschung zu intensivieren und sie besser zu vernetzten, sei dies auf dem Forschungsplatz Zürich oder international.

Beim ZEE handle es sich nicht um ein räumliches Zentrum, etwa ein neues Gebäude, sagte Thomas Grunwald von der Epilepsie-Klinik auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda. ZEE meine die straffe organisatorische Zusammenarbeit des Universitätsspitals Zürich (USZ), des Kinderspitals Zürich (Kispi) und der Schweizerischen Epilepsie-Klinik (EPI) der Klinik Lengg.

Seitens des USZ sind die Kliniken für Neurologie, Neurochirurgie und Neuroradiologie beteiligt. Zwischen ihnen und der EPI haben sich die Zusammenarbeit seit 2008 "allmählich entwickelt", so Grunwald. 2014 sei das Kispi dazu gekommen.

Die drei Kliniken arbeiten im Rahmen der hochspezialisierten Medizin sehr intensiv zusammen auf den Gebieten der prä-chirurgischen Epilepsie-Diagnostik und der Epilepsie-Chirurgie. Damit würden nun alle Gebiete der Epileptologie und der Epilespsiechirurgie abgedeckt.

Aufwändige Abklärungen

Viele Epilepsie-Erkrankungen können medikamentös behandelt werden. In gewissen Fällen ist aber eine Operation unumgänglich, so die USZ-Mitteilung.

Die Abklärungen, ob eine Operation nötig und möglich ist oder nicht, sind laut Grunwald extrem aufwändig: Ein bis zwei Wochen lang wird der Patient stationär lückenlos überwacht. In dieser Zeit werden die Medikamente Schritt für Schritt reduziert, um Anfälle zu auszulösen.

Kommt ein Anfall, wird die elektrische Hirnaktivität des Patienten gemessen und aufgezeichnet, gleichzeitig wird der Anfall per Video dokumentiert. Damit wollen die Spezialisten die Quelle des Anfalls im Gehirn orten.

Ist das geschehen, so gilt es abzuklären, ob eine Operation möglich ist. Operiert werden können nur Hirnregionen, die für den Patienten verzichtbar sind.

Für Überwachung der Patienten während dieser Abklärungsphase dürfen laut Grunwald nur absolut spezialisierte EEG-Assistenten und fachlich geschultes Pflegepersonal beigezogen werden, die dabei nichts anderes tun. Dies habe die kantonale Gesundheitsdirektion so angeordnet - und andere Kantone würden mit Sicherheit folgen.

Damit ist diese Phase die teuerste und schwierigste, wie Grunwald sagte. Einzelne Kliniken könnten sich das kaum leisten. Ein Zusammenschluss wie das ZEE zahle sich deshalb nicht nur wissenschaftlich und klinisch, sondern auch finanziell aus.

Die offizielle ZEE-Eröffnung wird am Freitag und Samstag (13. und 14. November) mit einem Gründungssymposium eröffnet. Am Samstag steht ein Publikumsanlass mit Vorträgen auf dem Programm.