Wahlen
Zürcher Delegation in der grossen Kammer wird jünger und weiblicher

Die Vertretung des Kantons Zürich im Nationalrat ist mit den Wahlen vom Sonntag jünger und weiblicher geworden. Der Frauenanteil stieg von 29,4 auf fast 40 Prozent.

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Mattea Meyer (SP), Regine Sauter (SP), Min Li Marti(SP).

Mattea Meyer (SP), Regine Sauter (SP), Min Li Marti(SP).

Keystone

Augenscheinlich wird die Verjüngung vor allem auch bei der SVP. Lag das Durchschnittsalter der alten Vertretung noch bei 55,2 Jahren, ist es mit den neu gewählten Mitgliedern auf 46,6 gesunken. Mit Max Binder und Toni Bortoluzzi waren zwei Mitglieder im Rentenalter gar nicht mehr angetreten. Zudem wurden mit Hans Fehr (68) und Ernst Schibli (63) zwei über 60-Jährige abgewählt.

Das Durchschnittsalter der SP-Delegation liegt mit 46,3 Jahren nur noch knapp unter jenem der SVP. Die drei neu gewählten Frauen sind mit 47, 41 und 27 Jahren zwar eher jung, Tim Guldimann drückt den Durchschnitt mit seinen 65 Jahren aber wieder nach oben.

Bei den Grünen wurde mit dem verlorengegangenen Sitz des 65-jährigen Daniel Vischers das Durchschnittsalter zwangsläufig von 47,3 auf 38,5 Jahre gesenkt. Kaum Veränderungen bezüglich des Alters gab es bei den übrigen Parteien.

Priska Seiler-Graf (SP)

Priska Seiler-Graf (SP)

Key/Ho

Gesamthaft gesehen stieg aber das Durchschnittsalter aller 200 Mitglieder der grossen Kammer mit den Wahlen von 49,3 auf 50,3 Jahre.

Mehr Frauen fahren nach Bern

Zur ersten Session der neuen Legislatur werden aus Zürich am 30. November 14 Frauen anreisen. Dies entspricht rund 40 Prozent aller 35 Nationalrätinnen und -räte aus Zürich. Vor den Wahlen waren von 34 Mitgliedern nur 10 weiblich.

Auch die SVP-Delegation erhöhte ihren Frauenanteil: Für die fünf abgewählten oder nicht mehr angetretenen Männer wurden nämlich fünf Männer und eine Frau gewählt. Mit Natalie Rickli und Barbara Steinemann ist die Zürcher SVP nun mit zwei Frauen in Bern vertreten.

Wie bei der SVP ging auch bei der FDP der zusätzliche Sitz an eine Frau. Von fünf Mitgliedern sind neu also mit Doris Fiala und Regine Sauter zwei weiblich. Die beiden CVP-Sitze blieben in Frauenhand wie auch jener der EVP.

Barbara Steinemann (SVP).

Barbara Steinemann (SVP).

Zur Verfügung gestellt

Bei der GLP und der BDP wurde jeweils ein Mann abgewählt. Tiana Angelina Moser bleibt also neben Thomas Weibel und Martin Bäumle die einzige Frau in der GLP-Vertretung. Rosmarie Quadranti (BDP) ist sogar gesamtschweizerisch die einzige Frau ihrer Partei. Immer noch nicht mit einer Frau vertreten sind die Zürcher Grünen.

Klar weiblich ist hingegen die Delegation der Zürcher SP. Dort sind die Frauen neu sogar in der Mehrheit: Von neun Zürcher Vertreterinnen und Vertretern sind fünf weiblich. Vorher betrug der Frauenanteil 42,9 Prozent. Mit Min Li Marti, Mattea Meyer und Priska Seiler Graf sind von den fünf Neugewählten drei Frauen.