Spitalwahl
Zürcher bevorzugen das grosse und nahe Spital – im Gegensatz zum kleinen

Die Zürcherinnen und Zürcher sind laut einer Umfrage der Gesundheitsdirektion mit den Spitälern und Ärzten zufrieden. Es zeigt sich auch: Wer sich behandeln lassen muss, tut dies am liebsten in einem grossen, nahegelegenen Spital.

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Immer weniger der Befragten geben an, einen persönlichen Hausarzt zu haben. (Symbolbild)

Immer weniger der Befragten geben an, einen persönlichen Hausarzt zu haben. (Symbolbild)

Spital Limmattal

Die Zürcherinnen und Zürcher sind laut einer Umfrage der Gesundheitsdirektion mit den Spitälern und Ärzten zufrieden. Es zeigt sich auch: Wer sich behandeln lassen muss, tut dies am liebsten in einem grossen nahegelegenen Spital.

Die Befragung der Gesundheitsdirektion weist allerdings einen Unterschied zwischen den theoretischen und den realen Ansprüchen auf. Wer nicht im Spital war, der würde sich - hypothetisch - in jenem behandeln lassen, das die beste Qualität aufweist und von seinem Arzt empfohlen wurde. Die Grösse spielt nur eine untergeordnete Rolle.

Nähe zum Wohnort wichtiger als Qualität

Anders sehen die Auswahlkriterien hingegen bei den Befragten aus, die im Spital waren. Bei diesen Personen stand zwar ebenfalls die Qualität im Vordergrund, der Standort spielte aber eine wesentlich wichtigere Rolle. "In der Realität lassen sich viele Befragte entgegen ihren Vorsätzen wohnortnah behandeln", schreibt die Gesundheitsdirektion in einer Medienmitteilung vom Mittwoch.

Auch die Grösse des Spitals spielt laut der Analyse der Gesundheitsdirektion in der Realität "tendenziell eine immer wichtigere Rolle". Dies decke sich mit ihren Bestrebungen, Mindestfallzahlen für Behandlungen festzulegen, bei denen eine häufigere Durchführung die Qualität erhöhe, hält die Direktion fest.

Der unpersönliche Hausarzt

Widersprüchlich scheinen auf den ersten Blick die Resultate bezüglich der ärztlichen Versorgung zu sein: So glauben immer weniger der befragten Personen, dass es im Kanton Zürich genügend Ärzte gibt. Und immer weniger geben an, einen persönlichen Hausarzt zu haben. Trotz dieser Angaben halten die Befragen die Hausärzte und die Spezialisten heute für besser erreichbar als früher.

Die Gesundheitsdirektion interpretiert dies so, dass es vielen Personen heute wichtiger sei, Hausarztdienstleistungen zeitlich flexibel in Anspruch nehmen zu können, als durch einen persönlichen Hausarzt behandelt zu werden. "Gruppenpraxen und Ärztezentren können diese veränderten Bedürfnisse besser befriedigen."

Altersheime werden besser bewertet

Die Gesundheitsdirektion führt seit 2003 jährlich Befragungen durch. Gemäss der aktuellen Umfrage, für die im vergangenen November rund 1600 Zürcher interviewt wurden, werden sowohl die Art und Weise wie die Spitäler funktionieren als auch die Verfügbarkeit der medizinischen Dienstleistungen so gut bewertet wie noch nie.

Die "generelle Zufriedenheit mit der Gesundheitsversorgung insgesamt" bei 8,0 von 10 möglichen Punkten. Seit 2003 hat sich dieser Wert von 7,5 erhöht.

Die Wahrnehmung im Bereich der Langzeitpflege hat sich gemäss Gesundheitsdirektion erfreulich entwickelt. Sowohl Alters- und Pflegeheime als auch Spitex-Organisationen werden punkto Qualität und Verfügbarkeit besser bewertet als in den Vorjahren. Im Vergleich zu den Spitälern liegen die Beurteilungen aber immer noch auf tieferem Niveau.

Rückläufig ist seit 2012 die Zufriedenheit jener Personen, die in den vergangenen zwölf Monaten im Spital war. Der Wert sank hier von 8,9 auf 8,5 Punkte. "Nachdem diese Kundenzufriedenheit jahrelang für Spitzenbewertungen gesorgt hatte, liegt sie heute auf vergleichbarem Niveau wie andere Indikatoren."