Zürich-Wollishofen
Zürcher Bergahorn beschäftigt die Gerichte – ein Teil seiner Baumkrone ragt ins Nachbargrundstück

Ein Bergahorn in der Stadt Zürich sorgt seit Jahren für Streit unter Nachbarn und beschäftigt die Gerichte. Das Bundesgericht ist auf eine erste Beschwerde noch nicht eingetreten - es sei noch zu früh dazu.

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Ein Bergahorn-Baum in einem Garten in Zürich-Wollishofen sorgt für Streit.

Ein Bergahorn-Baum in einem Garten in Zürich-Wollishofen sorgt für Streit.

Twitter/ Ralf Schmädicke

Der grosse Bergahorn steht in einem Garten in Zürich-Wollishofen. Ein Teil seiner Baumkrone ragt ins nördliche Nachbargrundstück.

Der mächtige Baum mit einem Stammumfang von rund drei Metern ist bereits Gegenstand eines Zivilprozesses, der am Bezirksgericht Zürich hängig ist. Dabei geht es unter anderem um den Rückschnitt der auf das Nachbargrundstück hinüberragenden Äste und Wurzeln.

Wegen dieses Zivilprozesses stellte der Besitzer des Bergahorns bei der Stadt Zürich einen Antrag, wie einem am Mittwoch veröffentlichten Urteil des Bundesgerichts zu entnehmen ist. Es soll festgehalten werden, dass der umstrittene Baum weder gefällt noch in einem nicht baumverträglichen Ausmass geschnitten werden dürfe.

Die Bausektion der Stadt Zürich hiess dieses Begehren im Dezember 2014 gut. Das Baurekursgericht, an das sich zwölf Bewohner des Nachbargrundstückes gewandt hatten, hob diesen Beschluss im November 2015 jedoch wieder auf. Das Verwaltungsgericht hingegen stimmte daraufhin im Juli 2016 dem Bergahorn-Besitzer teilweise zu und wies das Baurekursgericht an, einen neuen Entscheid zu fällen.

Nachbarn gelangten ans Bundesgericht

Das wollten nun die Nachbarn nicht und gelangten ans Bundesgericht. Dieses trat aber gar nicht erst auf deren Beschwerde ein. Das Urteil des Verwaltungsgerichts sei kein End-, sondern bloss ein Zwischenentscheid. Mit dem Zuwarten, bis dieses Verfahren abgeschlossen ist, entstünde den Nachbarn kein nicht wieder gutzumachender Nachteil, hält es fest.

Damit ist nun wieder das Baurekursgericht an der Reihe. Es muss erneut prüfen, ob die Anordnung der Stadt vom Dezember 2014, dass der Bergahorn nicht gefällt oder zu arg geschnitten werden dürfe, Bestand haben wird oder nicht. Ein entsprechender (End-)Entscheid könnte daraufhin bis vor Bundesgericht gezogen werden.

Der noch hängige Zivilprozess um das Zurückschneiden des Baumes ist vorerst sistiert. Er wird fortgesetzt, sobald das andere Verfahren dereinst abgeschlossen ist.