Zürich
Zürcher Baurekursgericht weist Beschwerden gegen Sexboxen ab

Das Zürcher Baurekursgericht hat die Einsprachen gegen den geplanten Strichplatz in Altstetten in den Hauptpunkten abgewiesen. Gewerbetreibende aus der Nachbarschaft befürchten eine Ausbreitung der Prostitution ins Quartier. Ihnen bleibt nun der Gang ans Verwaltungsgericht.

Merken
Drucken
Teilen
Die Zürcher "Sexboxen" im Modell (Archiv)

Die Zürcher "Sexboxen" im Modell (Archiv)

Keystone

Mit dem Verdikt des Baurekursgerichts ist die Baubewilligung für die Sexboxen so gut wie bestätigt. Der Entscheid ist aber noch nicht rechtskräftig. Die Interessengemeinschaft Aargauerstrasse, in der sich die Anrainer zusammengeschlossen haben, kann ihre Beschwerde innert 30 Tagen ans Verwaltungsgericht weiterziehen.

Die IG Aargauerstrasse hat verschiedene Mängel im Bauprojekt gerügt, die zu einer Aufhebung der Baubewilligung führen sollten. So kritisierten sie etwa die Erschliessung, die Parkplatzzahl, die Verkehrssicherheit oder Verstösse gegen die Lärmschutzverordnung. Das Gericht hielt diese Einwände jedoch für unbegründet.

Einzig in einem Punkt bekamen die Beschwerdeführer recht. Dieser betrifft das Toilettenkonzept. «Es braucht eine klare Trennung zwischen Mann und Frau», bestätigte Ulrich Erb, Kanzleichef beim Baurekursgericht, am Mittwoch Meldungen im «Tages-Anzeiger» und in der «NZZ». Freier sollen nicht das gleiche WC benutzen wie die Prosituierten.

Die Stadt Zürich will in Altstetten den ersten Strichplatz der Schweiz eröffnen. Die Stadtzürcher hatten im vergangenen März dem Baukredit für das Vorhaben zugestimmt. Geplant ist neben den zehn Sexboxen auch ein Betreuungspavillon für die Frauenberatungsstelle Flora Dora. Der Strichplatz soll sieben Tage in der Woche von 19 bis 5 Uhr offen sein.