Todesfall
Zürcher Altstadtrat Hugo Fahrner gestorben

Im Alter von 82 Jahren ist der Zürcher alt Stadtrat Hugo Fahrner (FDP) gestorben. Er erlag am 30. Juli einer längeren Krankheit. Die Trauerfeier im engsten Familienkreis fand am Dienstag in Gordola TI statt, wo Fahrner zuletzt gewohnt hatte.

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Hugo Fahrner (Archivbild)

Hugo Fahrner (Archivbild)

Keystone

Im Alter von 82 Jahren ist der Zürcher alt Stadtrat Hugo Fahrner (FDP) gestorben. Laut Todesanzeigen erlag er am 30. Juli einer längeren Krankheit. Die Trauerfeier im engsten Familienkreis fand am (heutigen) Dienstag in Gordola TI statt, wo Fahrner zuletzt gewohnt hatte.

Fahrner wirkte nur eine Legislatur in der Zürcher Stadtregierung mit, von 1982 bis 1986, wo er dem damaligen Bauamt II vorstand. Wie der Stadtrat in einer Mitteilung schreibt, zeichnete er sich aus durch genaue Dossierkenntnis und «seine von Kostenbewusstsein geprägte Schaffenskraft».

Er habe sich leidenschaftlich für die bauliche und wirtschaftliche Entwicklung der Stadt eingesetzt, schreibt der Stadtrat in seiner Todesanzeige und in einem Mediencommuniqué. Er habe ein «reflektiertes und von sachlichen Überlegungen geleitetes Wesen» gehabt. Und er habe sich nicht gescheut, auch Minderheits-Positionen einzunehmen.

Fahrners Scheitern in der Wahl von 1986 war absehbar gewesen: Durch das damalige Finanzdebakel ums Kongresshaus war er arg unter Beschuss geraten. Statt der in der Volksabstimmung bewilligten 40 Millionen Franken kostete der Umbau 73 Millionen. Die gemeinderätliche Untersuchungskommission stellte eine besondere Verantwortung Fahrners für die happige Kostenüberschreitung fest.

Von einer Tragödie überschattet war der Abgang Fahrners: Er war bereits abgewählt, aber noch im Amt, zu seiner Nachfolgerin im Bauamt II hatte der Stadtrat die neugewählte Ursula Koch (SP) bestimmt, als der damalige Baupolizeichef Günther Tschanun ein Blutbad anrichtete. Er erschoss vier Mitarbeiter, ein fünfter überlebte schwer verletzt.

Tschanun wurde zu einer langjährigen Freiheitsstrafe verurteilt. In seinem Urteil wies das Bundesgericht aber auch auf den Führungsstil von Hugo Fahrner hin. Er hatte Tschanun zum Chefbeamten erkoren und war für die schwierigen Verhältnisse bei der Baupolizei mitverantwortlich.