Soziale Durchmischung
Zumikon will Familien einen Teil der Wohnungsmiete zahlen

Die Gemeinde Zumikon will Familien und Alleinstehende mit Kindern ab 2012 mit einem Mietzuschuss unterstützen. Aus der steuergünstigen Gemeinde an der Goldküste am Zürichsee ziehen immer mehr Familien weg, weil die Mieten zu hoch sind.

Merken
Drucken
Teilen
Zumikon: Blick auf die Dorfstrasse

Zumikon: Blick auf die Dorfstrasse

Google Maps

Durch den finanziellen Zustupf will die reiche Gemeinde verhindern, dass noch mehr Familien abwandern und die Überalterung zunimmt, wie der Zumiker Gemeindeschreiber Thomas Kauflin am Montag sagte. Seit Schuljahr 2007/ 2008 besuchen die Oberstufenschüler von Zumikon den Unterricht in der Nachbargemeinde Zollikon, weil es in Zumikon zu wenig Kinder für eigene Klassen gibt.

Gemäss Kauflin soll eine Familie monatlich maximal 1080 Franken von der Gemeinde an ihre Wohnungsmiete erhalten. Der Gemeindeschreiber bestätigte einen Bericht des Regionaljournals Zürich Schaffhausen von Radio DRS sowie des «Sonntagsblick». Das Geld erhalten sowohl Personen, die bereits in Zumikon leben, wie auch Neuzuzüger.

Unterstützt werden die Familien nur, wenn die gemeinsamen Einkünfte maximal 130'000 Franken im Jahr betragen sowie das steuerbare Vermögen nicht höher als 250'000 Franken ist. Bei Alleinerziehenden dürfen die Einkünfte nicht höher als 95'000 Franken sein. Zudem darf die Miete maximal 40 Prozent der Einkünfte ausmachen.

Stimmbürger müssen Vorlage gutheissen

Das Geld für den Mietzustupf nimmt die Gemeinde aus der laufenden Jahresrechnung. Jährlich seien 200'000 Franken dafür budgetiert, sagte Kauflin. Die Finanzierung möglich macht ein Landverkauf von einer Fläche von 6212 m2. Dadurch nahm die Gemeinde 4,8 Millionen Franken ein.

Bevor Zumikon das Geld ausschütten darf, müssen die Stimmbürger den Kredit diesen September an der Gemeindeversammlung und danach an einer Urnenabstimmung gutheissen. Für diese gibt es noch keinen Termin. Die Gemeinde hoffe, die Regelung auf den 1. Januar 2012 umsetzen zu können. Es gebe bereits rund ein Dutzend Interessenten, sagte Kauflin.