Bei der UBS, der Parfümerie Osswald sowie weiteren Unternehmen am Paradeplatz arbeitet am kommenden Donnerstag zusätzliches Personal. Mit der Aktion «Züriwerk übernimmt» begeht die Stiftung Züriwerk ihr 50-Jahr-Jubiläum, indem Menschen mit einer geistigen Beeinträchtigung ihre Fähigkeiten im Arbeitsalltag an neuen Wirkungsstätten zeigen. Sie will so dazu anregen, über die Integration von Menschen mit kognitiven Beeinträchtigungen in die Arbeitswelt nachzudenken und Barrieren abzubauen. Zudem soll an einem wirtschaftlichen Hotspot – dem Paradeplatz – der Beitrag dieser Menschen an die Wertschöpfung für die Öffentlichkeit sicht- und erlebbar gemacht werden.

Betroffene Eltern gründen Verein

Erste Spuren von Züriwerk finden sich bereits im Jahr 1957: Damals gründeten betroffene Eltern den «Verein zur Förderung zurückgebliebener Kinder». Gemäss Jubiläumsschrift ging es vor allem darum, zu verhindern, dass die Kinder in die Welt der geschlossenen Anstalten abgeschoben wurden. Denn aus den grossen Schlafsälen, wo sie – oft zwangsmedikamentiert – untergebracht waren, gab es kaum ein Zurück.

1967 rief der Verein die «Stiftung zur Förderung geistig Invalider» ins Leben, die heutige Stiftung Züriwerk. «Zweck der Stiftung ist es, Menschen mit geistiger Behinderung Gleichberechtigung zu sichern, ihnen Eigenständigkeit und Integration in unserer Gesellschaft zu ermöglichen und ihre persönliche Entwicklung und Lebensqualität zu fördern», heisst es in der Stiftungsurkunde.

Die Stiftung erfüllt diesen Auftrag unter anderem mit eigenen Wohnheimen und Werkstätten sowie dem Theater HORA und der HORA-Band. Auch betreut sie Menschen mit Beeinträchtigung an ganz gewöhnlichen Arbeitsplätzen.

Ein neueres Projekt ist die Wohngemeinschaft auf dem Hunziker-Areal in Zürich-Leutschenbach. Dort wohnen Menschen mit und ohne Beeinträchtigung zusammen im gleichen Haus.

Mit einem Umsatz von rund 40 Millionen Franken zählt Züriwerk mittlerweile zu den grossen Sozialunternehmen im Kanton. Rund 450 Menschen mit Beeinträchtigung finden via Züriwerk in den eigenen Betrieben oder im ersten Arbeitsmarkt eine Arbeit, mehrere Dutzend absolvieren eine Ausbildung, über 170 Menschen sind an den verschiedenen Standorten in der Stadt Zürich und im Zürcher Oberland zu Hause. (sda)