Masterplan Velo

Zürich will Zahl der Velofahrten bis 2025 verdoppeln

Eine Velofahrerin in Zürich: Die Stadt will 55 Millionen Franken in neue Velorouten investieren (Archiv)

Eine Velofahrerin in Zürich: Die Stadt will 55 Millionen Franken in neue Velorouten investieren (Archiv)

Die Stadt Zürich will die Zahl der Velofahrten bis 2025 verdoppeln. Mit dem Masterplan Velo soll für 55 Millionen Franken ein zusammenhängendes Veloroutennetz gebaut werden. Rund 1000 der 67'000 öffentlichen Parkplätze verschwinden oder ziehen um.

«Zürich ist noch nicht die ideale Velostadt», sagte die Zürcher Stadtpräsidentin Corine Mauch (SP) am Donnerstag vor den Medien in Zürich. «Das Velonetz ist noch nicht dort, wo wir es wollen.» Dies wirkt sich auch auf die Zahl der Velofahrerinnen und -fahrer aus.

So besitzen zwei von drei Zürcherinnen und Zürcher ein Velo, aber nur ein Drittel benützt es regelmässig, wie die Vorsteherin des Tiefbau- und Entsorgungsdepartements, Ruth Genner (Grüne), sagte.

Mit dem Masterplan Velo will der Stadtrat diesen Anteil markant steigern: Das Velo soll «aus dem Keller und dem Schopf» geholt werden. «Herzstück» des Masterplans ist gemäss Genner der Ausbau der Infrastruktur. Weiter soll das Velofahren sicherer und alle Alters- und sozialen Gruppen zum Velofahren motiviert werden.

Zwar gibt es in Zürich bereits rund 340 Kilometer Velorouten, das Netz hat aber immer noch Lücken. Zudem fühlen sich viele Velofahrende in Zürich unsicher, wie eine Befragung ergab.

Neue Routen benötigen Platz

Nun soll ein zusammenhängendes Veloroutennetz entstehen, das aus einem Komfortrouten- und einem Hauptroutennetz besteht. Auf dem Komfortroutennetz von 55 Kilometern sollen sich auch ungeübte und bisherige Nicht-Velofahrende sicher bewegen können. Dieses Netz soll familientauglich und weitgehend getrennt vom motorisierten Individualverkehr sein.

Für geübte Velofahrende wird es ein Netz aus schnellen und direkten Routen geben. Das Hauptroutennetz, bestehend aus Radstreifen und Radwegen, wird 97 Kilometer lang sein.

Der Bau der neuen Routen benötige Platz, sagte Stadträtin Genner weiter. Dazu müssen unter anderem Bäume gefällt, Trottoirs verkleinert und Spuren abgebaut werden. Bis 2025 werden rund 1000 der 67'000 öffentlich zugänglichen weissen und blauen Parkfelder verschwinden. In der Innenstadt, wo der historische Kompromiss gilt, werden diese ersetzt, sonst nach Möglichkeit.

Maximal drei zusätzliche Stellen

Bei der Umsetzung des Masterplans rechnet die Stadt mit Kosten von 55 Millionen Franken für die Infrastruktur, das sind im Schnitt vier bis fünf Millionen pro Jahr. Weitere 12 Millionen Franken sind für Prävention, Schulungen, Fahrkurse, Kommunikation und weitere Aktivitäten vorgesehen.

Zudem werden im Tiefbauamt maximal drei zusätzliche Stellen geschaffen. Für die Ausgaben gibt es separate Kreditvorlagen. Der Stadtrat geht davon aus, dass mehr als die Hälfte der Ausgaben über kantonale Mittel gedeckt wird, da die meisten Velorouten regional klassiert sind.

Umsetzung der Städteinitiative

Zum Masterplan gehört auch die verbesserte Sicherheit. In den letzten Jahren gab es in Zürich weniger Verkehrsunfälle mit Autos und Fussgängern, dafür mehr Velounfälle, wie Polizeivorsteher Daniel Leupi (Grüne) sagte. Geplant sind gemäss Leupi Verkehrssicherheitskampagnen kombiniert mit repressiven Massnahmen.

Der Masterplan Velo ist ein zentrales Element des Programms "Stadtverkehr 2025". Damit soll die Städteinitiative umgesetzt werden. Diese war von den Stadtzürcher Stimmberechtigten im September 2011 angenommen worden. Die Initiative verlangt, dass der Anteil von öffentlichem und Langsamverkehr innerhalb von 10 Jahren nach Inkrafttreten um rund zehn Prozentpunkte erhöht wird.

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