ViCLAS (Violent Crime Linkage Analysis System) ist eine elektronische Datenbank zur Recherche, Auswertung und Analyse von SerienGewalt- und -Sexualdelikten. Es sammelt alle verfügbaren Angaben zu einem Verbrechen wie etwa Vorgehen, Örtlichkeiten, Täter-Opfer-Beziehung, Verletzungen, Waffen, Fahrzeuge und dergleichen.

Diese Angaben werden analysiert. Sie lassen Gemeinsamkeiten erkennen und liefern Ermittlungsansätze, denen die zuständigen Behörden nachgehen können, wie es in der Mitteilung heisst. Die eigentliche Aufklärung der Taten kann das System nicht liefern.

Für den Betrieb in der Schweiz ist Anfang Mai 2010 ein Konkordat in Kraft getreten. Der Kanton Zürich ist der neunte Kanton, der sich anschliesst.

Mit dabei sind zudem AI, BE, FR, NW, OW, SO, TG, UR. Diese Kantone tauschen untereinander Daten aus. An das kantonale PolizeiInformationssystem ist ViCLAS aber nicht angeschlossen. Die Verantwortung für Datenspeicherung und Einhaltung des Datenschutzes im ViCLAS-System in der Schweiz obliegt dem Kanton Bern, wo auch die Zentralstelle ist. Jeder beteiligte Kanton ist an eine der fünf Aussenstellen angeschlossen, wie Marcel Strebel, Informationschef der Kantonspolizei Zürich, auf Anfrage sagte. Über diese gelangen die jeweiligen Ermittler an die nötigen Daten.

Austausch über Zentrale

Einen direkten Datenaustausch mit anderen Ländern gibt es laut Strebel nicht. Der internationale Austausch in konkreten Fällen laufe via Zentrale. Wer sich über einen möglichen Eintrag zur eigenen Person informieren will, muss sich mit seinem Gesuch um Auskunft ebenfalls an die Zentralstelle wenden. Entwickelt wurde ViCLAS von der Royal Canadian Mounted Police. In Europa wird es – ausser in der Schweiz – in Deutschland, Frankreich, Österreich, Tschechien, den Benelux-Staaten und Grossbritannien verwendet. (sda)