Olympische Winterspiele

Zürich will nichts von Kandidatur wissen – Bündner wollen trotzdem im Gespräch bleiben

Olympische Winterspiele in der Schweiz? Zürich will keine aktive Rolle spielen, sondern sieht eine Aufgabe «von nationaler Bedeutung». (Symbolbild)

Olympische Winterspiele in der Schweiz? Zürich will keine aktive Rolle spielen, sondern sieht eine Aufgabe «von nationaler Bedeutung». (Symbolbild)

Trotz kritischer Stellungnahme des Zürcher Stadtrates zu einer Kandidatur mit Graubünden sollen die Gespräche über Olympische Winterspiele 2026 fortgeführt werden. Der Bündner Volkswirtschaftsdirektor Jon Domenic Parolini will mit der Stadt und dem Kanton Zürich in Kontakt bleiben.

Er habe zur Kenntnis genommen, dass die Stadt Zürich bei einem Projekt Olympische Winterspiele 2026 nicht die aktive Rolle spielen wolle, die ihr bei der Kandidatur allenfalls zugedacht worden wäre, sagte der Bündner Volkswirtschaftsdirektor Jon Domenic Parolini am Montag auf Anfrage. Die Türen in dieser Hinsicht seien aber nicht zugeschlagen, zumal erst ein Grobkonzept der Bündner Kandidatur vorliege.

Die "NZZ am Sonntag" machte die kritische Stellungnahme des Zürcher Stadtrates zu den Bündner Olympiaplänen am Sonntag publik. Die Bündner Regierung hatte sich an die Zürcher gewandt, um auf Regierungsebene über eine Weiterentwicklung des Olympiaprojekts zu diskutieren.

Eine nationale Aufgabe

Der Stadtrat von Zürich stellt in der eineinhalb Seiten langen und differenzierten Antwort klar, dass er Olympischen Winterspielen "grundsätzlich positiv" gegenüber steht. Er sieht darin aber eine Aufgabe "von nationaler Bedeutung" unter der Führung von Swiss Olympic, dem Dachverband der Schweizer Sportverbände.

Aktiv mitwirken im nationalen Bewerbungsverfahren zur Erarbeitung einer Kandidatur im Kanton Graubünden und Grossraum Zürich oder die Host-City sein will die Zürcher Stadtregierung nicht. Hingegen ist sie eigenen Angaben zufolge bereit, im Gespräch zu bleiben und "auszuloten, inwieweit unter den gegebenen Umständen Möglichkeiten für eine allfällige Unterstützung bestehen".

"Wir bleiben mit Zürich in Kontakt und auch im Gespräch mit der Zürcher Kantonsregierung", betonte der Bündner Regierungsrat Parolini. Denn das Bündner Konzept sei nicht in Stein gemeisselt.

Die Zürcher Kantonsregierung hatte sich im Unterschied zum Stadtrat positiv zu einer möglichen Kandidatur Olympische Winterspiele Graubünden/Zürich 2026 geäussert. Wichtig sei, dass ein Kandidaturprojekt den Rückhalt vorab bei den betroffenen Städten und Gemeinden habe.

Fünf Bewerbungen

Olympische Winterspiele 2026 in der Schweiz stossen auf Interesse, zumindest bei potenziellen Veranstaltern. Insgesamt waren letzte Woche fünf Kandidaturen bei Swiss Olympic eingegangen. Neben jener aus Graubünden gibt es eine aus der Westschweiz und eine weitere aus der Zentralschweiz.

Weiter existiert ein Konzept "Switzerland 2026", hinter dem eine Interessengemeinschaft um den Gstaader Bauingenieur Kurt Iseli steht. Ebenfalls ein gesamtschweizerisches Projekt ("2026 - Games for our future") angemeldet hat der Bieler Fränk Hofer, der 2013 Direktor des Eidgenössischen Turnfests war.

In der Schweiz sind erst zwei Mal Olympische Winterspiele veranstaltet worden. Sie fanden 1928 und 1948 in St. Moritz statt. Danach gab es im Graubünden mehrere vergebliche Anläufe für eine Wiederholung. Letztmals scheiterte eine Kandidatur im März 2013 an der Urne mit einem Nein-Anteil von knapp 53 Prozent.

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