Damit bleibt Zürich die mit Abstand grösste Destination der Schweiz. Nicht nur die Tourismusregion, auch die Stadt Zürich (+7,9 Prozent) legte zu. "Wir hatten ein gutes Jahr", sagte Guglielmo Brentel, Präsident von Zürich Tourismus, am Dienstag vor den Medien. Die Hoteliers seien zufrieden.

Mit über 1,2 Millionen Übernachtungen, 11 Prozent mehr als im Vorjahr, bilden Schweizerinnen und Schweizer das mit Abstand grösste Gästesegment. Nordamerika steht mit 629'000 Übernachtungen weiterhin an der Spitze der ausländischen Märkte, gefolgt von Deutschland und Grossbritannien.

Die Schweiz (+11 Prozent) , Deutschland (+5,1 Prozent) und Nordamerika (+10,3 Prozent) sind denn auch die "grossen Treiber" des Wachstums. Gestiegen ist aber nicht nur die Zahl der Logiernächte, sondern auch die Ertragskraft der Hotels.

Kongresszentrum für über 1000 Teilnehmer gewünscht

Rund läuft es im Freizeit-Tourismus. Herausforderungen sehen die Touristiker hingegen bei Tagungen und Kongressen. Damit Zürich im Kongress und Ausstellungsbereich weiter wachsen können, brauche es neue Kapazitäten, sagte Brentel.

Für die besonders wertschöpfungsstarken grossen Kongresse mit über 1000 Teilnehmern fehle schlicht die Infrastruktur. Fast die Hälfte des Kongressgeschäftes gehe deswegen an Zürich vorbei.

Ins gleiche Horn blies der Präsident der Zürcher Hoteliers, Martin von Moos. "Die Interessengemeinschaft Kongresszentrum Stadt Zürich wird auch nach dem Rückzug der Initiative für eine neues Kongresszentrum kämpfen", erklärte er. "Für einen qualitativ hochwertigen Tourismus brauchen wir ein hochwertiges Kongresszentrum."

Starke Zunahme der Hotelzimmer

Als weitere Herausforderung nannte der Hotelierpräsident die stark wachsende Zahl der aktuell rund 14'000 Hotelzimmer in der Tourismusregion Zürich. Allein letztes Jahr seien fast 1100 Zimmer dazu gekommen. Dank einer hohen Nachfrage hätten die Hotels die Preise dennoch halten können.

In den nächsten drei Jahren kämen aber nochmals 3000 Zimmer in 15 bis 20 neuen Hotels dazu. Der Preisdruck werde sicher anhalten.

Von Moos kann dem Hotelboom aber auch Positives abgewinnen. "Neue Hotels beleben die Zürcher Hotellerie", sagte er. Als Folge existiere eine erfreuliche "Vielfalt der Konzepte".

Als Schwerpunkt will Zürich Tourismus in den nächsten drei Jahren auf Kultur setzten, wie Tourismusdirektor Martin Sturzenegger erklärte. Das geschehe nicht zuletzt im Hinblick auf die Eröffnung der Erweiterung des Kunsthauses in zwei Jahren. Als Highlight nannte er die überdurchschnittliche Zahl von mehr als 1300 Kunstwerken im öffentlichen Raum in Zürich.