Zürich
Volkswirtschaftsdirektorin Carmen Walker Späh bezeichnet Sonntagsverbot als «alten Zopf»

In einem Interview liebäugelt die Volkswirtschaftsdirektorin Carmen Walker Späh (FDP) mit der Sonntagsarbeit. Jedoch sei nicht sicher, ob dies der Wirtschaft helfen würde. Die Innenstädte würden aber attraktiver werden.

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In Zeiten von Home Office und Digitalisierung wäre das starre Arbeits-Korsett längst veraltet. (Archivbild)

In Zeiten von Home Office und Digitalisierung wäre das starre Arbeits-Korsett längst veraltet. (Archivbild)

Alexandra Wey

Das Arbeitsverbot am Sonntag hinke der Lebenswirklichkeit hinterher, hat die Zürcher Volkswirtschaftsdirektorin Carmen Walker Späh (FDP) in einem Interview mit den Tamedia-Zeitungen gesagt: «Es wäre an der Zeit, über diesen alten Zopf zu diskutieren.»

Ob die Möglichkeit, am Sonntag zu arbeiten, der Wirtschaft helfen würde, muss Carmen Walker Späh im am Donnerstag veröffentlichten Interview offen lassen: Da keine Versuchsmöglichkeiten bestehen, bliebe eine Antwort Spekulation.

Die Volkswirtschaftsdirektorin verweist aber auf einen Einkaufsladen am Zürcher Hardplatz, der am Sonntag jeweils öffnet, einfach ohne Personal. «Mir wäre es lieber, es gäbe dort einen Job für einen realen Menschen.» Sie glaubt zudem, dass mit einer Aufhebung des Arbeitsverbotes die Innenstädte attraktiver würden. «Davon würden wiederum auch Restaurants, Cafés, Theater und Kinos profitieren.»

Im Tourismusgebiet ist der Sonntagsverkauf möglich

Der Zürcher Kantonsrat will unter anderem die Zürcher Innenstadt zum Tourismusgebiet erklären, damit dort Sonntagsverkäufe möglich würden. Für Walker Späh wäre dies kein «Kniff», wie sie im Tamedia-Interview sagt: Zürich sei vor Corona die grösste Tourismusdestination der Schweiz gewesen. «Erklären Sie mal einem Touristen, warum im Hauptbahnhof die Post abgeht, an der Bahnhofstrasse direkt nebenan aber nichts los ist.»

Die Gesellschaft habe sich gewandelt, hält die Volkswirtschaftsdirektorin fest. Homeoffice und Digitalisierung hätten bei vielen den Wunsch geweckt, nicht mehr in das starre Arbeitszeit-Korsett eingebunden zu sein. «Aber wer heute am Sonntag Mails checkt, darf nicht einmal die Arbeitszeit aufschreiben.» (sda)

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