Zürich
Universität macht publik: Standort Irchel soll Gesamtcampus werden

Ein Hochhaus im Zentrum und mehr Platz für Studierende: Nun steht der Gestaltungsplan «Campus Irchel».

Heinz Zürcher
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Der Universitätsstandort Irchel soll verdichtet werden. (Archivbild)

Der Universitätsstandort Irchel soll verdichtet werden. (Archivbild)

Keystone

Es ist ein wichtiger Schritt für die Universität Zürich. An ihrem Standort im Norden der Stadt kann sie die Infrastruktur ausbauen und modernisieren. Dies, sofern bis Mitte März keine Rekurse gegen den Gestaltungsplan «Campus Irchel» eingehen. Den hat die kantonale Baudirektion nun festgesetzt, wie sie am Freitag in einer Mitteilung schreibt. Erst mit einem rechtskräftigen Gestaltungsplan kann die Stadt die Baubewilligung für künftige Projekte erteilen. Und davon gibt es einige.

Denn die Zahl der Studierenden nimmt gemäss den Berechnungen der Uni stetig zu – von den aktuell rund 6000 Studentinnen und Studenten auf 13'000 bis im Jahr 2040. Und in den Gebäuden wird es – sofern nicht gerade eine Pandemie den Zutritt begrenzt – immer enger.

Die Universität hat derzeit grössere Ableger am Irchel, im Hochschulgebiet im Zentrum der Stadt sowie in Oerlikon und Schlieren. Künftig will sie nur noch zwei Standorte, jenen im Zentrum und jenen am Irchel. Diese sollen dafür schrittweise erweitert werden.

Die Uni will in die Höhe wachsen

Am Irchel schwebt der Uni vor, die Lehr- und Forschungsumgebung beispielsweise durch Selbststudiumsplätze, ein Praktikumszentrum und ein Labor zu modernisieren. Um die Geschossfläche von 375'000 auf 640'000 Quadratmeter zu erhöhen und dabei keine Freiflächen zu verbauen, soll der Campus verdichtet werden und in die Höhe wachsen. Einige der Gebäude aus den 1970er-Jahren werden erneuert, andere abgerissen.

Herausstechen wird das Hochhaus, das im mittleren Teil des Geländes vorgesehen ist. Gemäss Gestaltungsplan ist eine Höhe von maximal 60 Meter zulässig. Damit würde das bestehende Hauptgebäude um 45 Meter überragt.

Im südlichen Teil soll ein «Dörfli» entstehen

Keine Hochbauten sind im südlichen Teil des Campus vorgesehen, wo einst der Strickhof beheimatet war. Dort soll nach Vorstellungen der Uni eine Art «Dörfli» entstehen. Die Bauernhöfe sollen erhalten und durch kleinere Bauten ergänzt werden. Unter anderem sind in diesem Gebiet Wohnungen für Doktorierende, Gäste und Studierende aus dem Ausland geplant.

In den jeweiligen Teilgebieten sollen Plätze die Aufenthaltsqualität verbessern. Auch der Irchelpark spielt in den Planungen eine wichtige Rolle. Er soll auch den Anwohnenden als Erholungsraum dienen und aufgewertet werden. Die Gesamtfläche der Freihaltezone wird vergrössert, der grüne Gürtel rund um den Campus herum bleibt bestehen.

Vorübergehend auch Gymischüler

Die Zahl der Parkplätze wird nur leicht erhöht, von 1160 auf 1250. Die ÖV-Anbindung mit den bestehenden Tramhaltestellen Uni Irchel, Milchbuck und Tierspital genügt gemäss Uni den künftigen Ansprüchen. Die Wege für Velofahrer und Fussgänger werden indessen verbessert.

Die Realisierung bis im Jahr 2050 soll gestaffelt erfolgen. Denn es wird bei laufendem Betrieb gebaut. Zudem soll der Campus zeitlich begrenzt auch als Rochade für die Erneuerungen der Stadtzürcher Kantonsschulen Zürich Nord, Rämibühl und Freudenberg/Enge genutzt werden.