Zürich
Das Sorgentelefon der «Dargebotenen Hand» erhält mehr Anrufe von Männern

Das Hilfsangebot «Die Dargebotene Hand» Zürich hat im vergangenen Jahr praktisch genauso viele Gespräche wie im Vorjahr registriert. Verändert haben sich jedoch die Anrufenden und die Themen. 19 Prozent mehr Männer wählten die Nummer 143.

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Psychische Belastungen: In den vergangenen fünf Jahren ist die Zahl der Anrufe bei der Dargebotenen Hand in Zürich um 46 Prozent gestiegen.

Psychische Belastungen: In den vergangenen fünf Jahren ist die Zahl der Anrufe bei der Dargebotenen Hand in Zürich um 46 Prozent gestiegen.

Archivbild: Prisca Böcher

(sda) Das Hilfsangebot «Die Dargebotene Hand» Zürich hat im vergangenen Jahr 32'275 Gespräche registriert. Das sind praktisch genauso viele wie im Vorjahr. Verändert haben sich die Anrufenden und die Themen. So wählten 19 Prozent mehr Männer die Nummer 143. Die Gespräche drehten sich häufig um die Auswirkungen der Pandemie.

Das Coronavirus hat die Zahl der Anrufe nicht durch die Decke schiessen lassen. Psychische Belastungen sind und waren schon vor dem Coronavirus eine «Pandemie», wie die Organisation am Sonntag mitteilte. So ist in den vergangenen fünf Jahren die Zahl der Anrufe bei 143 in Zürich um 46 Prozent gestiegen.

Im Jahr 2020 ging es bei Ausbruch der Pandemie noch um die Angst vor dem Virus, später dann um die Auswirkungen. Die Sorgen während der zweiten Welle drehten sich vor allem um Arbeit und Ausbildung, Paarbeziehungen und Suchtverhalten.

Mit 52 Prozent stark gestiegen ist die Zahl der Chat-Beratungen. Auf diesem Weg suchen vor allem Jugendliche und junge Erwachsene Hilfe. In jedem fünften Chat wurde das Thema Suizid angesprochen. Das sind 30 Prozent mehr als im Vorjahr und zeigt, dass die junge Bevölkerung besonders stark von der Pandemie getroffen ist, wie es in der Mitteilung heisst.

Hinter dem Hilfsangebot steht in Zürich ein Freiwilligenteam von 108 speziell ausgebildeten Frauen und Männern. Für die Chatberatung wurden im vergangenen Jahr zwölf neue Mitarbeiterinnen ausgebildet, die Hälfte davon ist unter 30 Jahre alt.