Immer mehr Pflanzen und Tiere aus andern Weltgegenden gelangen durch den Handel oder als blinde Passagiere im Frachtgut von Schiffen, Flugzeugen oder Lastwagen in die Schweiz. Einige dieser Exoten breiten sich mangels natürlicher Konkurrenten rasch aus und verdrängen bedrohte einheimische Arten aus ihren angestammten Lebensräumen.

Die Folgen würden oft unterschätzt, schreibt die Baudirektion in einer Mitteilung vom Donnerstag. So könnten die invasiven Neobiota die Gesundheit von Menschen und Haustieren beeinträchtigen oder mit ihren Wurzeln erhebliche Schäden an Brücken und Strassen anrichten. Mit einem entschlossenen und koordinierten Vorgehen könnten Schäden vermieden und langfristig Kosten gespart werden.
Vorgehen koordinieren

In einem neuen Massnahmenplan, der jenen aus den Jahren 2009 bis 2012 ablöst, hat die Baudirektion das Vorgehen bezüglich Prävention, Eindämmung, Grundlagenerarbeitung und Zusammenarbeit geregelt. Der Kanton kommt damit dem Auftrag der Freisetzungsverordnung des Bundes nach, Mensch, Tier, Umwelt und Biodiversität vor übermässigen Schäden und Beeinträchtigungen zu bewahren.

Zur Eindämmung von Neobiota im Kanton Zürich sind neben den bisher bewährten Massnahmen zwei neue Instrumente vorgesehen. So soll in grösseren, zusammenhängenden Lebensräumen, etwa einer Geländekammer oder einem See, koordiniert gegen problematische Tiere und Pflanzen vorgegangen werden. Deren Bestände sollen so geschwächt werden, dass sie auf einem akzeptablen, tiefen Niveau bleiben.
Geschulte Equipen einsetzen

Beim Auftreten neuer Arten und grossem Schadenpotenzial soll künftig eine dafür geschulte Equipe rasch eingreifen, um die Ausbreitung im Anfangsstadium zu unterbinden. Als Beispiel für eine solche Aktion nennt der Kanton den plötzlichen Einfall des Laubholzbockkäfers 2012 in Winterthur. Damals musste innert kürzester Zeit diverse Bäume gefällt und entsorgt werden.

Bei der Bekämpfung schädlicher Exoten sind verschiedene Stellen involviert. Beteiligt sind insbesondere Fachleute für Biosicherheit, Naturschutz, Pflanzenschutz, Gewässerschutz, Strassen- und Wasserbau, Wald, Jagd und Fischereiverwaltung sowie Landwirtschaft und Unterhaltsdienste von Gewässern und Verkehrswegen.

Die Massnahmen sollen zudem mit den Zürcher Gemeinden, den Nachbarkantonen und den Interessenverbänden abgestimmt werden. (sda)