Kantonale Statistik
Die Gottesfurcht nimmt ab: Die Hälfte der Zürcher hat keine Religion

Eine Umfrage des Kantons Zürich zeigt, dass das traditionelle Verhältnis zur Religion allmählich abgelöst wird. Auf den Kirchgang und das Gebet verzichten die meisten.

Laura Drott
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Nur noch 16 Prozent der Bevölkerung des Kantons Zürich besuchen regelmässig, mindestens einmal monatlich, den Gottesdienst.

Nur noch 16 Prozent der Bevölkerung des Kantons Zürich besuchen regelmässig, mindestens einmal monatlich, den Gottesdienst.

Ennio Leanza

Die Gruppe der «Säkularen» wird im Kanton Zürich deutlich grösser. Dies zeigt eine neue repräsentative Umfrage des Kantons zum Stellenwert von Religion und Spiritualität. 1900 Personen nahmen an der Befragung teil. Mittlerweile beträgt der Anteil, der sich weder als spirituell noch als religiös sieht, 50 Prozent. Religiöse Praktiken und Glaubensvorstellungen haben demnach bei der Hälfte der Bevölkerung keine Bedeutung.

Auch Menschen mit Konfession sind unreligiös

Bei den «Säkularen» überwiegen insbesondere Männer und junge Menschen. Jedoch betrachten sich auch 34 Prozent der Katholiken sowie 34 Prozent der Muslime und 48 Prozent der Reformierten als unreligiös.

Die «Engagierten», die Religion und Spiritualität hingegen noch hegen, machen nur noch 18 Prozent der Gesamtbevölkerung des Kantons Zürich aus – besonders stark vertreten sind hier die Evangelikalen und die Muslime. 43 Prozent der «Engagierten» pflegen weiterhin den Gang in die Kirche beziehungsweise in die Moschee. Von der Gesamtbevölkerung gehen hingegen nur noch 16 Prozent regelmässig in die Gotteshäuser.

15 Prozent der Bevölkerung gehören zu den «Alternativen». Sie sind spirituell, glauben zum Beispiel an die Seelenwanderung, gehen aber nicht in die Kirche und halten auch sonst nicht viel von religiösen Gemeinschaftsstrukturen. Vor allem Frauen und Personen mit hohem Bildungsniveau sind in dieser Gruppe vertreten.

Konventionelles Verhältnis zur Religion löst sich ab

Die «Traditionellen», die religiös aber nicht spirituell sind, machen nur noch 17 Prozent aus. Für sie nimmt weiterhin das Gebet eine wichtige Rolle ein, jedoch wird der Gang zum Gottesdienst weniger praktiziert. Denn die Bevölkerungsgruppe im höheren Pensionsalter ist hier besonders stark vertreten. Ein Drittel der «Traditionellen» ist heute über 75 Jahre alt.

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