Zürich

Zürich öffnet soziale Angebote für die Leute ausserhalb der Stadt

Martin Waser bestätigt das Pilotprojekt zu den sozialen Hilfsangeboten über die Stadtgrenze hinaus.

Martin Waser bestätigt das Pilotprojekt zu den sozialen Hilfsangeboten über die Stadtgrenze hinaus.

Die sozialen Angebote von Zürich können neuerdings auch von Leuten genutzt werden, die ausserhalb der Stadt wohnen. Im Rahmen eines zweijährigen Pilotversuchs wird mit den Gemeinden abgeklärt, wer was längerfristig anbieten soll.

Stadtrat Martin Waser, Vorsteher des Sozialdepartementes, bestätigte am Dienstag einen Bericht des «Tages-Anzeigers», wonach die Hilfsangebote neu auch Auswärtigen offen stehen. Bisher waren sie ausschliesslich für Einwohnerinnen und Einwohner der Stadt Zürich zugänglich.

Der Stadtrat habe die Abkehr vom bisherigen Modell Ende Mai beschlossen - in eigener Kompetenz, da es sich um einen Pilotversuch handle. Die Stadt «hört nicht an der Stadtgrenze auf». Die umliegenden Gemeinden hätten ähnliche Probleme, verfügten aber nicht über die nötigen Einrichtungen wie die Stadt.

Beim Pilotversuch gehe es nun um drei Dinge: Die Abklärung des Bedarfs, die Überlegung was die Stadt den Gemeinden längerfristig anbietet und die Diskussion, was die Gemeinden selbst anbieten. Für diese Entscheide brauche es Erfahrungen, sagte Waser: «Und wer sich nicht bewegt, sammelt keine Erfahrungen».

Kapazität reicht aus

Die Stadt Zürich habe gegen 400'000 Einwohner. In den umliegenden Gemeinden seien es zwischen etwa 5000 und 20'000. Die Kapazitäten der Stadt ermöglichten es durchaus, hin und wieder Einzelpersonen oder eine Familie gut unterzubringen.

Bisher sind laut Waser rund zehn auswärtige Personen in einer Polyklinik aufgenommen worden. Weniger als zehn wurden in Notschlafstellen einquartiert.

Wenn nötig einen Korb geben

Vorrang haben laut Waser aber nach wie vor Stadtzürcher. Vielleicht müsse man einer Gemeinde «auch mal einen Korb geben». Die Leute könnten ja nicht einfach vorbeikommen. Aufnahmen erfolgten nur aufgrund von Kostengutsprachen und Vereinbarungen mit den Gemeinden. Auch für die Teilnahme an Arbeitsintegrationsprojekten gälten klare Vorgaben.

«Am Ende wird es eine Win-Win-Suituation», ist Waser überzeugt. Man sei nicht mehr in den 1990er-Jahren. Das Verhältnis zu den Gemeinden sei heute «ein ganz anderes als vor 20 Jahren». Heute suche man die Zusammenarbeit über die Grenzen hinaus.

Neues System ist kein Verlustgeschäft

Würde im Laufe des Pilotprojekts eine sehr grosse Nachfrage deutlich, würde man mit den betroffenen Gemeinden das Gespräch suchen und sie ermuntern, die nötigen Angebote doch selbst in ihrer Region zu betreiben.

Die Stadt könnte inhaltliche und konzeptionelle Hilfe anbieten, oder auch ein auswärtiges Angebot selbst betreiben. Ein Verlustgeschäft sei das neue System keinesfalls, versicherte der Sozialvorsteher. Für alle Leistungen, die man für Auswärtige erbringt, müssen deren Gemeinden aufkommen. Der Stadt Zürich entstehen keine Mehrkosten.

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