Zürich Nord
Impfnachweis ohne Spritze: Betrüger verkaufen Fake-Impfungen für 99 Franken

In Zürich Nord haben Anwohner einen Flyer in ihrem Briefkasten gefunden, der für Fake-Impfausweise wirbt. Der Stadtpolizei Zürich ist die Betrugsmasche bekannt.

Stephanie Handschin
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Betrüger versprechen Fake-Impfausweise, ohne sich spritzen lassen zu müssen.

Betrüger versprechen Fake-Impfausweise, ohne sich spritzen lassen zu müssen.

Symbolbild: Severin Bigler

«Mit der Impfung werden bald mehr Privilegien möglich sein», heisst es auf dem Flyer, den eine «Tages-Anzeiger»-Leserin in ihrem Briefkasten vorfand. «Sie sehen das Risiko einer Impfung zu hoch? Wir verkaufen Ihnen eine Fake-Impfung inklusive Impfpasseintrag und ärztlicher Bescheinigung», fährt der Werbetext fort. Solche Sätze richten sich wohl an Personen, die Angst vor Spritzen haben, Impfgegner oder Corona-Skeptiker, die von angeblichen eventuellen Impfprivilegien profitieren wollen.

Für 99 Franken soll man sich die Fake-Impfung kaufen können. Bezahlt wird mit Bitcoins. Der Prozess wird mit QR-Codes und Mailadresse detailliert auf dem Flyer beschrieben. Die nach der Zahlung versprochene Impfbestätigung könne nachträglich im digitalen Impfpass oder beim Arzt eingetragen werden, behaupten die Betrüger. Weil momentan nur wenige Impftermine verfügbar sind, werde einem die Bescheinigung mit einem Datum im Sommer ausgestellt.

Für die betroffene Leserin war gleich klar, dass es sich um einen Betrug handelt. Aber sie könne sich vorstellen, dass dies nicht für jeden gelte, wie sie zum «Tages-Anzeiger» sagte:

«Durch die QR-Codes und die Mailadresse wirkt es fast schon professionell. Hier hat sich jemand echt Mühe gegeben.»

Der Polizei ist das Vorgehen der Betrüger bereits bekannt. Auf der Seite cybercrimepolice.ch findet man Anweisungen, wie man vorgehen soll, wenn man den Flyer im Briefkasten findet. «Wir raten allen, die so einen Flyer bekommen haben, ihn zu ignorieren», sagt Stadtpolizei-Sprecher gegenüber dem «Tages-Anzeiger». Das seien schlicht und einfach Versuche, an Geld heranzukommen, ohne dass eine Leistung dahinterstecke. Strafbar ist das Treiben der Betrüger nicht. Denn obwohl die Straftat absolut klar auf dem Flyer ersichtlich ist, ist das Flyern an sich nicht strafbar und kann daher auch nicht strafrechtlich verfolgt werden. Erst wer auf das Angebot eingeht und das Fake-Impfzertifikat einlösen will, macht sich der Urkundenfälschung schuldig. Der Verkäufer ist dann laut Stadtpolizei mitschuldig.