Zürich
Mehr Kindesschutzmassnahmen wegen Bevölkerungswachstum

Die Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde der Stadt Zürich hat 2020 deutlich mehr Kindesschutzmassnahmen angeordnet als im Vorjahr. Das liegt aber nicht an der Coronapandemie, sondern am Bevölkerungswachstum. Von 2016 bis 2020 nahm die Zahl Minderjähriger um 12,2 Prozent zu.

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Mit 474 Fällen 2020 nahmen die Erwachsenenschutzmassnahmen hingegen nur um vier Fälle zu im Vergleich zum Vorjahr.

Mit 474 Fällen 2020 nahmen die Erwachsenenschutzmassnahmen hingegen nur um vier Fälle zu im Vergleich zum Vorjahr.

Symbolbild: Ennio Leanza/Keystone

Konkret wurden im letzten Jahr 460 Kindesschutzmassnahmen angeordnet. 2019 waren es noch 382 gewesen, wie die Kesb am Dienstag mitteilte. Mit 474 Fällen 2020 nahmen die Erwachsenenschutzmassnahmen hingegen nur um vier Fälle zu im Vergleich zum Vorjahr.

Auf 10'000 Einwohnende der Stadt Zürich kämen aktuell 67,4 Massnahmen für Minderjährige und 13,4 Massnahmen für Erwachsene, heisst es in der Mitteilung. Generell seien die Neuanordnungen von Massnahmen in den letzten sechs Jahren leicht rückläufig. Die Auswirkungen der Coronapandemie auf die Arbeit der Kesb sei im Generellen nicht bezifferbar.

In Einzelfällen kämen sie allerdings zum Tragen: So bestehe ein gestiegener Beratungsbedarf bei Besuchsrechtskonflikten, die teilweise härter als vor der Pandemie ausgetragen würden. Die Pandemie sei zudem mit ein Faktor, dass sich negative Entwicklungen bei schwierigen Familienkonstellationen beschleunigten. (sda)