Zürich
Kantonsrat Ruedi Lais erliegt seiner Krebserkrankung

Der Zürcher Kantonsrat und zweite Vizepräsident Ruedi Lais ist am Wochenende mit 67 Jahren verstorben. Er engagierte sich fünf Jahrzehnte in der Schweizer Politik und war eines der amtsältesten Mitglieder des Kantonsrates.

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In den 70er-Jahren engagierte sich Ruedi Lais erstmals mit der Bekämpfung einer Bebauung im Naturschutzgebiet in Wallisellen. (Archivbild)

In den 70er-Jahren engagierte sich Ruedi Lais erstmals mit der Bekämpfung einer Bebauung im Naturschutzgebiet in Wallisellen. (Archivbild)

Oliver Graf

Der Kantonsrat hat den verstorbenen, langjährigen Kantonsrat und zweiten Vizepräsidenten Ruedi Lais (SP) am Montagnachmittag mit einer Schweigeminute geehrt. Lais starb in der Nacht auf Montag an den Folgen seiner Krebserkrankung. Ende Oktober wäre der Politiker aus Wallisellen 68 Jahre alt geworden.

Politik sei für Ruedi Lais mehr als nur ein Hobby gewesen, sagte Ratspräsident Benno Scherrer (GLP, Uster) in seiner Ansprache. «Sie war seine Berufung.» Deshalb habe er die Ratssitzungen auch als «beste Medizin» im Kampf gegen die Krankheit bezeichnet und sei bis fast zum Schluss mit seinem E-Bike an die Sitzungen gekommen.

Ende August erlitt er während einer Ratssitzung einen Schwächeanfall und musste ins Spital gebracht werden. Seither blieb sein Stuhl auf dem Bock leer. Seit 2019 litt Lais an Bauchspeicheldrüsenkrebs. Im Jahr darauf machte er seine Krankheit publik. Seine Mutter sei an der selben Krebserkrankung gestorben, sagte er gegenüber dem «Tages-Anzeiger».

Fünf Jahrzehnte Engagement

Der Informatiker engagierte sich Ende der 1970er-Jahre erstmals politisch. Er bekämpfte eine Überbauung, die in einem Naturschutzgebiet in Wallisellen geplant wurde. Das Projekt wurde an der Gemeindeversammlung versenkt.

1994 wurde er für die SP in den Walliseller Gemeinderat gewählt, 2000 in den Kantonsrat. Dort war er Mitglied verschiedener Fachkommissionen und leitete von 2005 bis 2008 die SP-Fraktion. Schwerpunkte setzte er unter anderem bei Umwelt- und Verkehrsthemen.

Zu seinen Hobbys zählte Lais den Orientierungslauf und die Botanik. Im Garten seines Hauses in Wallisellen wachsen über 200 Arten von Wildpflanzen. Lais hinterlässt eine Partnerin und zwei erwachsene Kinder aus einer früheren Beziehung. Die Abdankung findet am 29. Oktober statt. (sda)

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