Zürich
Kantonales Labor entdeckt Giftstoffe in Gewürzen und Tees

Bei einer Untersuchung von 34 Produkten im Kantonalen Labor wurde festgestellt, dass insbesondere Kreuzkümmel und Oregano mit fremden Giften belastet waren

LiZ
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Kreuzkümmel, gemahlen und ganz: Eine Probe beinhaltete 4440 Mikrogramm Pyrrolizidinalkaloide pro Kilogramm. Das ist mehr als das Zehnfache des von der EU erlaubten Höchstgehalts.

Kreuzkümmel, gemahlen und ganz: Eine Probe beinhaltete 4440 Mikrogramm Pyrrolizidinalkaloide pro Kilogramm. Das ist mehr als das Zehnfache des von der EU erlaubten Höchstgehalts.

zvg / Kantonales Labor Zürich / A. Hintermeister

Bei einer Untersuchung von 34 Produkten im Kantonalen Labor wurde festgestellt, dass insbesondere Kreuzkümmel und Oregano mit fremden Giften belastet waren.

Pyrrolizidinalkaloide (PA) kommen natürlicherweise in Pflanzen wie dem Kreuzkraut, Huflattich oder Borretsch vor. Wenn solche Pflanzen auf Feldern wachsen und mitgeerntet werden, kann dies zu einem erhöhten PA-Gehalt im Erntegut führen. Dies betrifft vor allem Gewürze, Kräuter und Tees.

PA können die Leber schädigen und wirken krebserregend. Im Gegensatz zur EU hat die Schweiz bisher keine Höchstgehalte dafür festgelegt. Wenn PA in einem Lebensmittel nachgewiesen werden, muss daher im Einzelfall toxikologisch beurteilt werden, ob für die Konsumenten ein Gesundheitsrisiko besteht.

Im Sommer wurden nun 34 Proben Kreuzkümmel, getrocknete Kräuter und Kräutertees auf 35 verschiedene PA-Substanzen untersucht, wie das Kantonale Labor des Kantons Zürich in einer Mitteilung vom Freitag schreibt. Insgesamt wurden in gut der Hälfte der Proben PA nachgewiesen; am häufigsten waren Kreuzkümmel und Oregano belastet, so das Fazit.

In rund 69 Prozent aller Kreuzkümmelproben und 86 Prozent der Oreganoproben wurden PA nachgewiesen. Rund 30 Prozent dieser Gewürz­proben überschritten klar den EU-Höchstgehalt. Zwei Kreuzkümmel waren so stark mit PA belastet, dass sie als nicht sicher beurteilt und vom Markt genommen wurden. Die Summe der PA lag in diesen beiden Fällen bei 3850 beziehungsweise 4440 Mikrogramm pro Kilogramm. Zum Vergleich: In der EU beträgt der Höchstgehalt für PA in Kreuzkümmel 400 Mikrogramm pro Kilogramm.

Kräutertees waren weniger häufig belastet. Hier wurden zwar in 38 Prozent der Proben PA gefunden, aber nur bei einem Kamillentee wurde mit 490 Mikrogramm pro Kilogramm ein Wert im Bereich des EU-Höchstgehaltes nachgewiesen.

Andere Kräuter sind ­weniger vergiftet

Bei anderen Kräutern wie Majoran, Thymian, Petersilie oder Basilikum wurden PA nur rund in jeder sechsten Probe nachgewiesen. Die Gehalte lagen deutlich tiefer als bei Oregano.

Bei einer ähnlichen Kampagne im letzten Jahr war vor allem Oregano stark mit PA belastet, während dieses Jahr der Kreuzkümmel das Sorgenkind war.

Die aktuelle Kampagne zeigt laut Kanton, dass nach wie vor Waren im Verkehr sind, welche eine erhebliche Belastung mit PA aufweisen. Die verantwortlichen Betriebe seien über die Untersuchungsergebnisse informiert und müssen nun aufzeigen, wie sie ihre Selbstkontrolle verbessern. Das Kantonale Labor Zürich werde den Erfolg dieser Massnahmen überprüfen, damit der Genuss von diesen Gewürzen und Kräutern künftig nicht mehr durch PA getrübt wird.

Welche Produkte beziehungsweise welche Betriebe zu hohe PA-Gehälter aufgewiesen haben, macht das Kantonale Labor nicht öffentlich.