Zürich ist im sparsamen Umgang mit Esswaren kreativ. Insgesamt 42 Projekte widmen sich dem Kampf gegen Lebensmittelverschwendung. Dies weist ein internationales Ranking des Trinity College in Dublin aus. Als einzige Stadt der Schweiz ist Zürich in der Datenbank Sharecity aufgenommen worden, die insgesamt 100 Städte weltweit und ihre Foodsharing-Projekte auflistet.

Im weltweiten Vergleich liegt Zürich etwa gleich auf mit Paris, Mailand, Dublin oder Wien. Die Forscher sammelten Informationen darüber, auf welche Art und wie nachhaltig Essen in Städten geteilt wird. Auf der interaktiven Karte zeigt die Sharecity-Datenbank Projekte, die nach den Kriterien Essen tauschen, sammeln oder weitergeben – gegen Geld oder gratis – klassifiziert sind.

Dass Teilen weit über das gemeinsame Zubereiten von Mahlzeiten und das gemeinsame Essen hinaus geht, zeigt eine grobe Analyse der in Zürich vermerkten Foodsharing-Konzepte. So sind in der Sharecity-Datenbank auch Projekte erwähnt, bei denen mittels Sammeleinkauf eine Lebensmittellieferung geteilt wird. Bei einem solchen Projekt geht es mehrheitlich um den schonenden Verbrauch von Ressourcen wie Energie und Boden.

Nach dieser Idee operiert denn auch das Zürcher Projekt Crowd Container (siehe Kontext). Der Austausch von Wissen und die Sensibilisierung für den sparsamen Umgang mit Nahrungsmitteln ist ein zentrales Kriterium in den Bemühungen, Lebensmittelabfälle zu verhindern.

Die Verschwendung beginnt bei der Ernte und endet bei den Essensresten. Dazwischen gehen laut der schweizerischen Organisation Food-Waste rund ein Drittel der Nahrungsmittel verloren. Viele Lebensmittel werden aufgrund ihrer nicht konformen Form vor dem Verkauf aussortiert und weggeworfen. Weiter kommt es bei der Verarbeitung von Lebensmitteln aufgrund von Überproduktionen zu unnötigen Abfällen. Zudem gehen Lebensmittel auf dem Weg in die Verkaufsregale oder Restaurantküchen als Abfälle verloren. Zu guter Letzt aber verschwendet pro Kopf täglich jede Person rund 320 Gramm an Lebensmitteln – sei es durch Essensreste oder abgelaufene Nahrungsmittel im Kühlschrank. Diese Menge entspricht laut Food-Waste ungefähr einer Mahlzeit.

Aufgrund des Interesses am sparsamen Umgang mit Lebensmitteln sind in den vergangenen Jahren in Zürich unterschiedlichste Projekte entstanden. Einige teilen Essen auf kommerzielle Weise, während andere gemeinsam einen Garten kultivieren. Es gibt aber auch jene, die Lebensmittel verwerten, die nicht dem Schönheitsideal entsprechen und so vor dem Mülleimer bewahren.