Zehn Jahre nachdem das letzte Tor im Zürcher Hardturmstadion zwischen GC und Xamax fiel, soll auf der gleichnamigen Brache wieder gefeiert werden. Ende Juni findet auf der Stadionbrache ein Festival statt.

Damit wird der Zürcher Stadtsommer um ein Musikfest reicher. Das Wasteland-Fest tanzt dabei etwas aus der gängigen Zürcher Festivalreihe. Mit Punk- und Rock’n-Roll-Bands soll sich das Programm von den anderen Festen abheben. «Unser Ziel ist es, ein Musikfestival in der Stadt Zürich zu ermöglichen, dessen Genres auf dem Platz Zürich noch nicht als Open Air oder Festival vertreten sind», sagt Lila Siewczyk, Sprecherin von Wasteland. Das Musikprogramm verspricht metallische Klänge aus Schweden, der Schweiz und der Umgebung von Zürich. Auch kulinarisch orientieren sich die Organisatoren des Wasteland-Festes lokal und arbeiten mit dem mobilen Pop-up-Restaurant von Guerilla Kitchen und den Pizzaiolos von Flour and Water zusammen.

Für kreative Projekte bietet die Hardturmbrache seit mehr als sechs Jahren viel Raum. «Es ist ein einmaliger Ort, um Dinge entstehen zu lassen», sagt Markus Urbscheit, Vorstandsmitglied des Vereins Stadionbrache. Erst vor einem Monat fanden auf dem Areal die Zigeunerkulturtage statt. Durchgehend seit 2011 dient das Areal als Begegnungs-, Erholungs- und Projektraum, der allen Quartier- und Stadtbewohnern offen steht. So entstanden zahlreiche Freizeitnutzungen wie etwa ein Gemeinschaftsgarten und ein Hühnerhof. Aber auch Brotfans backen jeweils samstags frisches Holzofenbrot. Daneben kann nach wie vor auf dem Fussballplatz, dem Boulderwürfel oder im Skate-Pool trainiert und geschwitzt werden. All diese nicht-kommerziellen Projekte werden vom Verein Stadionbrache koordiniert. Dieser wiederum erhält das Areal kostenlos von der Stadt Zürich zur Verfügung gestellt.

Für kommerzielle Anlässe wie das Wasteland-Fest oder das Ende Juni stattfindende Food-Truck-Festival ist jedoch die städtische Liegenschaftenverwaltung zuständig. Grundsätzlich versuche man, auf der Brache ein durchmischtes Programm anzubieten, sagt Kuno Gurtner, Sprecher der städtischen Liegenschaftenverwaltung. Bereits im September wird neben einem Streetfoodfestival bereits zum zweiten Mal während rund vier Wochen das Open-Air-Kino Bloom auf die Brache ziehen. Sowohl das Filmfestival als auch das Wasteland-Fest werden von der Kulturförderung unterstützt, wie Nat Bächtold, Sprecher des Präsidialdepartements der Stadt Zürich auf Anfrage sagt. So seien die regulären Gesuche der beiden Festival-Organisatoren bewilligt und entsprechende Unterstützungsgelder gesprochen worden.

Ab 2021 wieder Fussball spielen

Ob diese kulturellen Anlässe auch nächstes Jahr noch stattfinden, ist unklar. «Der Gebrauchsleihvertrag zwischen dem Verein Stadionbrache und der Stadt Zürich dauert unbefristet, respektive bis zum Zeitpunkt des Baubeginns des künftigen Stadions», sagt Gurtner.

Die Immobilienfirma HRS Real Estate AG hat vergangenen Sommer zusammen mit der Allgemeinen Baugenossenschaft Zürich und Immobiliengesellschaften der Credit Suisse den Zuschlag für die Überbauung der Hardturm-Brache erhalten. Derzeit erarbeiten sie die Unterlagen für den Gestaltungsplan. «Unser Ziel ist, dass ab der Saison 2021/22 im neuen Stadion gespielt wird. Die Hochhäuser und die Genossenschaftswohnungen folgen etappiert rund ein Jahr später, also ab 2022», sagt Olivia Valier, Sprecherin der HRS Real Estate AG.

Dies aber unter Vorbehalt eines positiven behördlichen Entscheides zum Gestaltungsplan und dem dann entsprechenden Baugesuch, so Valier weiter. Geplant sind 173 gemeinnützige Wohnungen, die neben Büro und Ladenflächen Platz in zwei Hochhäusern auf dem Areal finden sollen. Zudem plant die Gruppe den Bau eines Fussballstadions für 18 500 Zuschauer. Das Stadion soll dann an eine Betriebsgesellschaft, hinter der die beiden städtischen Fussballclubs FCZ und GC stehen, weitervermietet werden.