Im Präsidium des Pro-Komitees sitzen die beiden ehemaligen Stadträte Martin Vollenwyder (FDP) und Martin Waser (SP) sowie Gemeinderätin Christina Hug (Güne), wie am Montag bekannt wurde.

"Man kann sich heute in Zürich bestens über die Geschichte der nordamerikanischen Indianer oder über ausser-europäische Kulturen informieren. Nur über die Stadt Zürich selbst findet man nichts. Das wollen wir ändern," wird Martin Waser in einer Mitteilung des Komitees "Pro Zürich im Landesmuseum" zitiert.

Stadt und Kanton wollen deshalb zusammen mit dem Landesmuseum das Projekt "Zürich im Landesmuseum" realisieren. Das vom Komitee als "Züri-Museum" bezeichnete Projekt soll auf unterhaltsame und intelligente Art Zürichs Vergangenheit darstellen und Brücken zu Gegenwart und Zukunft schlagen.

Der thematische Bogen soll von der Reformation bis zur 24-Stunden-Gesellschaft reichen, von Ereignissen und Traditionen wie Seegfrörni und Sechstagerennen bis zur wirtschaftlichen und kulturellen Entwicklung von Zürich-West oder zu Zürichs Bedeutung als Hochschul- und Forschungsstandort.

Die Ausstellung schaffe Identität und Erinnerung. Auch biete sie Raum für Debatte und aktuelle Fragen, heisst es weiter.

Kanton zahlt 60 Prozent

Der Kanton übernimmt 60 Prozent der Realisierungskosten, die Stadt Zürich die restlichen 40 Prozent. Die Beteiligung des Landesmuseums besteht aus Eigenleistungen wie beispielsweise nicht erhobenen Mietkosten für die Ausstellungsfläche sowie Personalleistungen, Sicherheit und Aufsicht.

Das Zürcher Stadtparlament stimmte dem Vorhaben im Dezember 2014 mit 86 gegen 22 Stimmen zu. Weil AL, GLP und SVP das Behördenreferendum gegen den Beitrag der Stadt (einmaliger Investitionskredit von 1,76 Mio. Franken und jährliche Betriebskosten von 300'000 Franken) ergriffen, kommt es nun zur Abstimmung.

Die Gegner kritisierten das eher vage Konzept der stadträtlichen Vorlage. Von einer teuren begehbaren App war die Rede.

Eigentlich hätte das Museum über Zürich seine Tore gleichzeitig mit dem Neubau des Landesmuseums 2016 öffnen sollen. Durch die Abstimmung dürfte sich die Eröffnung verzögern.