Seit den 1930er Jahren hat Zürich internationale Ausstrahlung für Lesben, Schwule, Bisexuelle und Transmenschen.

Die Schrifttafeln erinnern an eine Zeit, die von Aufbruchstimmung, aber auch Repression geprägt war. Es sei auch die Zeit gewesen, in der die Grundsteine für die Bewegung der Lesben, Schwulen, Bisexuellen und Transmenschen (LGBT) in Zürich gelegt worden sei, erinnerte Corine Mauch bei der Enthüllung.

Die Stadtpräsidentin sprach ihr Bedauern über die damalige Diskriminierung und Verfolgung aus. Zürich habe schon in den 1930er Jahren eine starke internationale Anziehung für die LGBT-Community gehabt. Aber weder das offizielle Zürich noch die zürcherische Bevölkerung seien damals dieser Tatsache gewachsen gewesen.

Die an der Zürcher Brunngasse angebrachten Tafeln erinnern an den Beginn der liberalisierten Einstellung gegenüber Homosexuellen.

Die an der Zürcher Brunngasse angebrachten Tafeln erinnern an den Beginn der liberalisierten Einstellung gegenüber Homosexuellen.

"Als Stadtpräsidentin von Zürich und als lesbisch lebende Frau freue ich mich über das heute unvergleichlich offenere und tolerantere Zürich", wird Mauch in einer Mitteilung der Stadt zitiert. Mauch lobte das breit abgestützte Engagement der Stadt zugunsten der Gleichstellung von Lesben, Schwulen, Bisexuellen und Transmenschen in allen Lebensbereichen.

Der Ort für die Infotafeln wurde nicht zufällig gewählt. Der "Barfüsser" an der Brunngasse 15 war lange Zeit eines der wenigen Lokale, in denen Schwule, Lesben, Bisexuelle und Transmenschen sich frei bewegen konnten. Das Haus ist im Besitz der Stadt Zürich.

Heute gibt es in Zürich zahlreiche Bürgerrechtsinitiativen, die sich für die LGBT einsetzen. Ihre Anfänge haben sie in der Zwischenkriegszeit des 20. Jahrhunderts. So ging aus dem 1931 gegründeten Damenclub Amicitia "Der Kreis" hervor, eine während des Zweiten Weltkriegs gegründete Organisation für Homosexuelle mit internationaler Ausstrahlung.

Die 16'000 Franken für die Erarbeitung, Produktion und Einweihung der Infotafeln haben die Bürgerinitiative "Es war Liebe" und gegen 100 private Spender übernommen.