Zürich

Zürich erlebt ein Spektakel im Theater

«Ich bin Gott selbst», antwortet dieser, «Gott Ganesh.» Die Produktion des australischen Back to Back Theatre, ein Ensemble von SchauspielerInnen mit einer geistigen Behinderung, funktioniert als Theater im Theater: Die Darsteller und ihr Regisseur proben ein Stück, in dem Ganesh, eine hinduistische Gottheit mit Elefantenkopf, ins Nazi-­Deutschland der Vierzigerjahre geschickt wird, um die dort zweckentfremdete Swastika zurückzuholen. Gemeint ist das Hakenkreuz, welches im Hinduismus ein Symbol für Glück und Wohlergehen ist. Dabei zeigt sich, dass Machtmissbrauch und Ausgrenzung nicht nur im Krieg, sondern auch im Probenraum geschehen.

«Hey, was bist denn du für eine Missgeburt?», fragen die Nazis in «Ganesh Versus the Third Reich» den aus Indien angereisten Elefantengott.

«Ich bin Gott selbst», antwortet dieser, «Gott Ganesh.» Die Produktion des australischen Back to Back Theatre, ein Ensemble von SchauspielerInnen mit einer geistigen Behinderung, funktioniert als Theater im Theater: Die Darsteller und ihr Regisseur proben ein Stück, in dem Ganesh, eine hinduistische Gottheit mit Elefantenkopf, ins Nazi-­Deutschland der Vierzigerjahre geschickt wird, um die dort zweckentfremdete Swastika zurückzuholen. Gemeint ist das Hakenkreuz, welches im Hinduismus ein Symbol für Glück und Wohlergehen ist. Dabei zeigt sich, dass Machtmissbrauch und Ausgrenzung nicht nur im Krieg, sondern auch im Probenraum geschehen.

Einmal mehr fördert das Theater Spektakel in Zürich den Dialog zwischen der Schweiz und «fremden Welten». Produktionen aus Teheran und aus Ländern Lateinamerikas bilden vom 14. bis 31. August Schwerpunkte der 35. Ausgabe.

Das Festival mit Theater, Tanz, Zirkus und Konzerten zeigt 50 Produktionen aus 23 Ländern, darunter sechs Uraufführungen.

Im Iran sei es auch für Theaterschaffende nach wie vor äusserst schwierig sich auszudrücken, sagte Sandro Lunin, künstlerischer Leiter des Theater Spektakels, am Freitag vor den Medien. Gleichwohl behindere die Zensur die Künstler nicht nur, sie beflügle sie auch.

So auch Amir Reza Koohestani, der in der Werft mit seiner Mehr Theatre Group das Stück "Iwanow" nach dem Drama von Anton Tschechow inszeniert. Koohestani aktualisiert das Stück, siedelt es in seinem eigenen Land an und zeigt uns so seine "bittere Diagnose über den Zustand der iranischen Gesellschaft", wie das Festival ankündigt.

Drei weitere Produktionen kommen aus Teheran: Die Uraufführung des Stücks "Sâl Sânye" (Sekunden wie Jahre) des Autors und Regisseurs Hamid Pourazari, zudem die Performance "Damascus", die Azade Shahmiri erstmals in Europa zeigt, und schliesslich das Konzert "Sormeh", das Musiker aus Iran, Serbien und aus Wien bestreiten.

Künstler aus Argentinien, Brasilien und Chile vertreten Lateinamerika. Am Eröffnungsabend zeigt der in Buenos Aires arbeitende Mariano Pensotti sein jüngstes Theaterstück "Cineastas", in dem er, mit dem Verhältnis von Fiktion und Realität spielend, die Geschichte von vier Filmemacherinnen erzählt.

Zürcher Theater Spektakel 2014

Drei Schweizer Uraufführungen

Stark vertreten sind auch schweizerische Produktionen. Drei erleben ihre Uraufführung: "Stadtmusikanten" von papst&co., Milo Raus Stück "The Civil Wars", das danach fragt, weshalb junge Europäer nach Syrien ziehen, um dort für die Errichtung eines Gottesstaates zu kämpfen, und schliesslich Erika Stuckys "Wally und die sieben Geier". Für dieses Konzert tut sich die Walliser Musikerin mit dem österreichischen Septett "da Blechhauf'n" zusammen.

Wie immer vergibt das Theater Spektakel zwei Preise: den mit 30'000 Franken dotierten Förderpreis - dafür hat die Festivalleitung sechs Produktionen nominiert - und den Anerkennungspreis (5000 Franken). Dafür nominiert sind alle acht im Rahmen des Schwerpunktes "Short Pieces" gezeigten Produktionen. Vergeben werden die Preise am 30. August von Stadtpräsidentin Corine Mauch.

Am Ende des diesjährigen Spektakels wird Werner Hegglin verabschiedet. Er ist seit 1989, somit 26 Jahre Mitglied der Festivalleitung. Er habe all die Jahre "mit Herz und Hand" mitgeprägt, was vor, hinter, auf und neben den Bühnen geschah, heisst es im Programmheft.

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