Von den 5700 neuen Wohnungen, die 2013 in den zehn grössten Schweizer Städten gebaut wurden, entstanden 44 Prozent in Zürich – obwohl in der Stadt nur 28 Prozent der knapp 1,5 Millionen Einwohner dieser Städte wohnen. Das berichtet die „Schweiz am Sonntag“. In den Jahren 2010 bis 2013 verbuchte Zürich unter den zehn Städten 40 Prozent aller Wohnungszugänge, während Bern und Basel mit fünf und vier Prozent gemessen an ihrer Einwohnerzahl unterdurchschnittlich zulegten.

Der Bevölkerungsdruck sei in Zürich auch wegen der Zuwanderung sehr hoch, sagt Urs Rey von Statistik Stadt Zürich der Zeitung. Andererseits seien die Bodenpreise in Zürich stark gestiegen, was den Bau von neuen und den Ersatz bestehender Gebäude rentabel mache. Auch seien Genossenschaften in Zürich stark vertreten. Die haben in den 1920er- bis 1950er-Jahren grosse Siedlungen gebaut und müssten diese nun ersetzen. Nichtsdestotrotz wird auch in Zürich zu wenig gebaut, wie Patrick Schnorf vom Beratungsunternehmen Wüest & Partner zitiert wird. Einzig 2013 sei die Neubauquote in Zürich etwas höher als im Schweizer Durchschnitt gewesen. Ein Grund dafür seien die restriktiven Zonenordnungen der Städte. „Schweizer Städte tun sich schwer damit, gewachsene Strukturen aufzubrechen“. Zurzeit finde Bautätigkeit vor allem in Agglomerationen statt – eine „paradoxe Situation“, denn die Nachfrage sei in den Städten am höchsten.