An zahlreichen Verpflegungsständen am Züri Fäscht im vergangenen Juli trafen die Lebensmittelkontrolleure auf in Behälter abgefülltes Wasser. Die Untersuchungen zeigten, dass keine der Wasserproben die Anforderungen an Trinkwasser im Leitungsnetz erfüllte, wie es im am Dienstag veröffentlichten Jahresbericht 2016 heisst.

Wird solches Wasser für die Zubereitung von Lebensmitteln oder zur Reinigung von Geschirr verwendet, ist die Kontaminationsgefahr etwa mit Fäkalkeimen sehr hoch, schreibt das Kantonale Labor. Neun Proben waren mit solchen verunreinigt.

Solches Wasser hätte weder als Trinkwasser noch zur Reinigung von Gegenständen mit Lebensmittelkontakt eingesetzt werden dürfen, heisst es weiter. Wozu das Wasser verwendet worden sei, habe in den meisten Fällen nicht eruiert werden können. Auf jeden Fall seien die Behälter nicht mit einem Hinweis "Kein Trinkwasser" gekennzeichnet gewesen.

Die Kontrolleure mussten gemäss Bericht davon ausgehen, dass in einigen Fällen das Wasser aus Brunnenbecken oder gar aus dem See bezogen worden war. Die betroffenen Betriebe und das Festkomitee wurden über die unbefriedigenden Resultate informiert und angehalten, das Konzept der Trinkwasserversorgung zu verbessern.

Ebenfalls kontrolliert wurden am Züri Fäscht 24 Lebensmittelproben. Ein Drittel davon musste beanstandet werden, wie es weiter heisst. Fünf verschiedene Stände waren betroffen. Als "verdorben" beurteilt wurden Proben von gekochten Nudeln, ein Chickenreis, ein Mah-Mee sowie eine gebratene und eine gekochte Ente.

Vorsicht bei Früchten und Gemüse aus Asien

Insgesamt untersuchte das Kantonale Labor im vergangenen Jahr 18'870 Lebensmittel, Gebrauchsgegenstände und Badewasserproben. 45'000 Analysen wurden durchgeführt. Von den rund 14'000 amtlich erhobenen Proben wichen gemäss Mitteilung der Gesundheitsdirektion 10 Prozent von den gesetzlichen Vorgaben ab - 60 Prozent davon betrafen leicht verderbliche Lebensmittel.

Im Rahmen der Hygieneüberwachung der Gastronomie wurden 454 Betriebe kontrolliert. Die Inspektoren untersuchten dabei knapp 2700 genussfertige Lebensmittel wie etwa Spaghetti, gekochtes Gemüse oder Tiramisu. 80 Prozent der Betriebe wurden nicht beanstandet. Die übrigen 91 Betriebe mussten nachkontrolliert werden. Bei 48 von ihnen konnte damit eine klare Verbesserung erzielt werden.

Gute Nachrichten gibt es auch für Konsumentinnen und Konsumenten, die gentechnisch veränderte Pflanzen meiden möchten. Von den 68 gezielt erhobenen Proben wurden lediglich in zwei Fällen gentechnisch veränderte Pflanzen-Anteile gefunden.

Vorsicht geboten ist aber weiterhin bei Gemüse und Früchten aus Asien: Von 242 untersuchten Proben wurden 27 Prozent beanstandet. Wie bereits im letzten Jahr stellen Waren aus Vietnam ein besonders grosses Risiko dar. Rund 10 Prozent dieser Proben wurden sogar als gesundheitsgefährdend beurteilt.