Energie

Zürcher Vergärwerk Werdhölzli holt mehr Biogas aus Abfällen

Im Vergärwerk Werdhölzli wird aus Bioabfall Gas.

Im Vergärwerk Werdhölzli wird aus Bioabfall Gas.

Mehr Gas dank einer neuen Power-to-Gas-Technik: Im Vergärwerk Werdhölzli in Zürich konnte die bisherige Biogas-Produktion um 60 Prozent gesteigert werden, wie erste Ergebnisse eines sechsmonatigen Pilotversuchs zeigen. Das sei ein Schritt auf dem «Weg zu einer sinnvollen Energiezukunft», heisst es bei Energie 360°.

Energie 360° und das Paul Scherrer Institut (PSI) testen die Pilotanlage im Vergärwerk Werdhölzli derzeit unter realen Bedingungen. Die bisherigen Ergebnisse sind ermutigend, wie es in einer Mitteilung vom Mittwoch heisst: Die Technik habe das Potenzial, um einen Beitrag zur Erreichung der Schweizer Gasziele zu leisten.

In Vergäranlagen wird aus Bioabfällen und Klärschlamm Roh-Biogas hergestellt, das aus Methan und Kohlendioxid (CO2) besteht. Um das Methan verwenden zu können, musste bislang das CO2, das bis zu 40 Prozent des Gases ausmacht, mühsam abgetrennt werden.

Mit der neuen Power-to-Gas-Technologie, bei der ein neu entwickelter Wirbelschicht-Reaktor zum Einsatz gelangt, wird nun die Methan-Ausbeute deutlich erhöht. Im Reaktor wird Wasserstoff hinzugefügt, der mit dem CO2 reagiert und dieses direkt in Methan wandelt.

Wie die ersten Testergebnisse zeigen, kann 60 Prozent mehr erneuerbares Gas produziert werden. Zudem werde so "eine nahezu hundertprozentige Verwertung des Rohgases ermöglicht". Und indem das CO2 nicht mehr abgetrennt, sondern umgewandelt werde, trage der Wirbelschichtreaktor zur Reduktion der klimarelevanten CO2-Emissionen bei.

Der für die Umwandlung benötigte Wasserstoff wird in der Pilotanlage durch Elektrolyse mit Strom hergestellt. Damit bietet sich gemäss Mitteilung die "dringend gesuchte Speichermöglichkeit für erneuerbare Energie". Überschussstrom aus erneuerbaren Energiequellen wie Sonne oder Wind könnte so als zusätzlich gewonnenes Gas im Gasleitungssystem zwischengespeichert werden.

"Die Gewinnung von erneuerbarem Gas aus überschüssigem Strom zahlt sich mittelfristig aus, die industrielle Nutzung wird greifbar", heisst es in der Energie-360°-Mitteilung.

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