Universität Zürich

Zürcher Studenten verdealen begehrte Uni-Plätze im Internet

Gemäss Aussagen von Studenten seien bis zu 120 Franken für Plätze in ausgebuchten Kursen verlangt worden. (Archiv)

Gemäss Aussagen von Studenten seien bis zu 120 Franken für Plätze in ausgebuchten Kursen verlangt worden. (Archiv)

An der Universität Zürich haben Studierende der Publizistikwissenschaften Veranstaltungen überbucht, um die knappen Kursplätze auf Facebook für bis zu 120 Franken zu verschachern.

Ein E-Mail mit ungewöhnlichem Inhalt erhielten gestern die Studentinnen und Studenten des Instituts für Publizistikwissenschaft und Medienforschung der Uni Zürich (IPMZ). «Wie viele von Ihnen bemerkt haben, sind seit gestern Nachmittag alle 13 S-Kurse und alle 6 SP-Seminare ausgebucht», schreibt darin Institutsdirektor Werner Wirth. Dabei seien ausreichend Plätze für alle Studierenden vorhanden. Wirth, offensichtlich verärgert, schreibt Klartext: «Diese Verknappung ist allein auf unkollegiales Buchungsverhalten zurückzuführen.» Und sein Ärger hält an. «Die Situation ist frustrierend», sagt er auf Anfrage.

Wie sich herausstellte, haben sich viele Studierende eingebucht, ohne die dafür nötigen Voraussetzungen gemäss Studienordnung zu erfüllen; dazu zählt etwa der Besuch einer Schwerpunkt-Vorlesung. Zudem haben sich zahlreiche Studierende gleich für mehrere Kurse oder Seminare eingebucht. Und als dann nichts mehr frei war, haben einige versucht, Kasse zu machen. «Auf Facebook werden Seminar- bzw. Kursplätze mittlerweile gehandelt bzw. sogar gegen Geld angeboten», empört sich Wirth im besagten Mail. Gemäss Aussagen von Studenten seien bis zu 120 Franken dafür verlangt worden.

Keine Konsequenzen

Dem Institut blieb nichts anderes übrig, als für jede Buchung einzeln abzuklären, ob sie zu Recht erfolgt ist. Wo die Voraussetzungen fehlten, wurden die betreffenden Personen benachrichtigt und ihre Buchungen storniert. Doppelbucher wurden schriftlich aufgefordert, nur eine Buchung aufrechtzuerhalten. Weitere Konsequenzen haben die Studierenden jedoch nicht zu befürchten.

Wirth betont, dass die Buchungsmöglichkeiten an der ganzen Fakultät bewusst nicht restriktiv programmiert seien. Dahinter stehe die Erwartung, «dass das Buchungsverhalten der Studierenden fair, eigenverantwortlich und mit Augenmass» erfolge. Diese Erwartung habe sich insgesamt gesehen leider nicht erfüllt, hält er fest. An der Fakultät werde nun besprochen, wie eine solch unbefriedigende Situation künftig verhindert werden könne.

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