Abgeschafft wird der Winterdienst mit Hilfe von Salz nun aber nicht. Kaum riesle etwas Schnee, rücke eine Armada von Schneefahrzeugen aus, um dem Weiss mit viel Salz den Garaus zu machen, sagte Beni Schwarzenbach (GLP, Zürich). Der Schnee werde zu Pflotsch und trübe die winterliche Stimmung. Das Salz schade zudem der Infrastruktur und führe bei Hunden und Wildtieren zu entzündeten Pfoten.

In einem Postulat forderte seine Fraktion zusammen mit Grünen und SP deshalb, im Kanton Zürich sei nur noch auf Hauptverkehrsachsen zu salzen. Mit "freiwilligen Empfehlungen" sollten zudem auch die Gemeinden davon überzeugt werden, auf Salz zu verzichten.

Als Alternative schlugen die Postulanten die so genannte „Weissräumung" vor, also platt gewalzten Schnee. In Berggemeinden funktioniere das schliesslich auch.

Doch Zürich ist nicht Zuoz, und der Zürcher Kantonsrat will nicht auf Salz verzichten. Er lehnte den Vorstoss mit 96 zu 71 Stimmen ab. Um Verkehrsunfälle zu vermeiden, gebe es bis jetzt leider keine Alternative, argumentierten CVP und EVP. Gleicher Meinung war die SVP, die dabei auch an die Velofahrer dachte, "die sicher nicht auf Schnee herumfahren wollen".
Regierung befürchtet teure Haftungsklagen

Mit der Ablehnung des Postulates folgte der Kantonsrat dem Regierungsrat, der von einem Salz-Verbot ebenfalls nichts hält - nur schon aus versicherungstechnischen Gründen. Das Haftungsrisiko des Kantons würde deutlich erhöht, wenn die Strassen nicht mehr mit Salz von Schnee befreit würden. Dieses Risiko will der Regierungsrat "auch im Interesse der Volkswirtschaft" nicht eingehen.