Ob auf dem Zürcher Hardturmareal jemals wieder ein Ball rollt, ist weiter ungewiss. Ein halbes Jahr nach dem Nein des Stimmvolkes zu einem mit Steuergeldern finanzierten Fussballstadion sind beim Stadtrat «nur wenige und kaum ausgereifte Projektskizzen» von privaten Investoren eingetroffen.

Der Stadtrat habe die Initianten deshalb gebeten, die Ideen bis Ende April zu konkretisieren und vertiefte Informationen zu den Bereichen Verkehr, Grobkostenschätzung, Finanzierung und Lärmschutz zu liefern. Dies teilte das Finanzdepartement der Stadt Zürich am Dienstag mit.

Aufgrund der Rückmeldungen werden sich die Parteien - die Stadt Zürich und die Grossbank Credit Suisse (CS) - nach den Sommerferien erneut treffen. Die nächsten Schritte im Zusammenhang mit dem Hardturmareal würden die Stadt und die CS weiterhin absprechen, heisst es weiter.

Die CS hatte das Hardturmareal 2009 der Stadt explizit zum Bau eines Sportstadions verkauft, nachdem ihre eigenen Stadionpläne am Widerstand aus der Bevölkerung gescheitert waren. Sollte kein Stadion gebaut werden, so hat die CS bis 2035 ein Rückkaufsrecht. Die Stadt kann also nicht einfach über das Land verfügen.

Sie wollte auf dem Hardturmareal - als Ergänzung zum multifunktionalen Letzigrund - ein reines Fussballstadion und daneben kostengünstige Wohnungen bauen. Am 22. September 2013 sagte das Stimmvolk knapp Nein zum Stadion und wuchtig Ja zur Wohnsiedlung. Wegen der Zweckbindung beim Landkauf kann allerdings die Siedlung ohne Stadion nicht realisiert werden.

Hier das Stadion - dort der Mantel

Rund einen Monat nach der Abstimmung schlugen beispielsweise die Zürcher Fussballclubs FCZ und GC zusammen mit der Immobilienfirma Halter AG ein Projekt an zwei Standorten vor: Auf dem Hardturmareal sollen Wohnungen und Büros entstehen.

Die Einnahmen daraus sollen der Stadion-Finanzierung dienen. Das Stadion selbst allerdings soll ganz woanders stehen. Eventuell in Altstetten oder Stettbach.