Die seit März 2010 als Pilotprojekt betriebene Zentrale Ausnüchterungsstelle (ZAS) in der Stadt Zürich soll definitiv eingerichtet werden. Der Stadtrat beantragt dem Gemeinderat, eine Zürcher Ausnüchterungs- und Betreuungsstelle (ZAB) mit ganzwöchigem Betrieb zu schaffen.

In der ZAS können Betrunkene, die sich oder andere ernsthaft und unmittelbar gefährden, in polizeilichen Gewahrsam genommen werden und unter medizinischer Betreuung ausgenüchtert. Früher wurden solche Personen auf den Polizeiwachen untergebracht.

Das Pilotprojekt habe gezeigt, dass sich die zentrale Betreuung von Berauschten bewähre, schreibt der Stadtrat in einer Mitteilung vom Mittwoch. Polizei, Sanität und Notfallaufnahme der Spitäler hätten deutlich entlastet werden können.

Ausnüchterungen in Spitälern belasteten die personellen Ressourcen der Notfallstationen unnötig. Bei renitenten Klientinnen und Klienten gelangten zudem die Spitäler bezüglich Sicherheit schnell an ihre Grenzen.

Zu Beginn war die ZAS nur während den Wochenenden in Betrieb. Seit dem 1. Januar 2013 ist sie jede Nacht zwischen 22 und 12 Uhr am Folgetag geöffnet. Bei Bedarf wird zudem während des Tages ein Pikettdienst aktiviert.

Gemeinderat soll gesetzliche Grundlage schaffen

In der Budgetdebatte im vergangenen Dezember hatte der Gemeinderat 400'000 Franken für die medizinische Betreuung in der ZAS gestrichen. Ab 1. April dieses Jahres ist die Betreuungsstelle deshalb nur noch am Donnerstag, Freitag und Samstag in Betrieb.

In der übrigen Zeit werden Betrunkene wieder auf die Regionalwachen der Stadtpolizei gebracht. Für die medizinische Beurteilung wird ein Arzt beigezogen.

Stellt dieser fest, dass die Hafterstehungsfähigkeit nicht gegeben ist - und dies dürfte laut Stadtrat meistens der Fall sein - werden die Klientinnen und Klienten in ein Spital überführt. Der Stadtrat ist jedoch überzeugt, dass eine zentrale Ausnüchterungsstelle mit Betreuung sinnvoller und günstiger ist als die Betreuung in Spitälern.

Er beantragt deshalb dem Gemeinderat die definitive Einführung einer Zürcher Ausnüchterungs- und Betreuungsstelle (ZAB) mit ganzwöchigem Betrieb ab 2015. Mit einer Verordnung soll er die gesetzliche Grundlage für den Betrieb schaffen. Die Kostenverrechnung soll in einer Verordnung geregelt werden.