Zürich Höngg

Zürcher Stadtrat kauft Mehrfamilienhaus - und stösst auf Kritik

Das Mehrfamilienhaus liegt an der Appenzellerstrasse 85 in Höngg.

Das Mehrfamilienhaus liegt an der Appenzellerstrasse 85 in Höngg.

Der Zürcher Stadtrat hat in eigener Kompetenz 10,1 Millionen Franken für ein Mehrfamilienhaus in Höngg bewilligt. Das Geschäft dulde keinen Aufschub, begründet der Stadtrat diesen Schritt. FDP, SVP und CVP kritisieren den Kauf.

Bei der Liegenschaft an der Appenzellerstrasse 85 handelt es sich um ein Mehrfamilienhaus von 1982/83 mit zehn Wohnungen, drei Hobbyräumen und 14 Parkplätzen. Das Haus grenzt an die kommunale Wohnsiedlung Kürberghang. Die 14 Parkplätze sind denn auch in der Unterniveaugarage dieser Siedlung. Mit dem Erwerb könne der städtische Grundbesitz ideal arrondiert werden, teilte der Stadtrat am Mittwoch mit.

Der Mehrfamilienhaus gehörte einer Erbengemeinschaft, die es öffentlich in einem zweistufigen Bieterverfahren ausschreiben liess. Die Stadt erhielt den Zuschlag bei einem Preis von 10,1 Millionen Franken unter der Bedingung, dass die Eigentumsübertragung bis spätestens Ende April erfolgt.

Deshalb bewilligte der Stadtrat trotz der Höhe des Kaufpreises den Vertrag in eigener Kompetenz. Der Kaufpreis erlaube eine kostendeckende Vermietung, heisst es weiter. Die bestehenden Mietverhältnisse werden übernommen.

Der Finanzvorstand informierte die Rechnungsprüfungskommission des Gemeinderates über das Geschäft. Die Liegenschaft soll später ins Verwaltungsvermögen übertragen werden, dafür ist dann der Gemeinderat zuständig.

Kritik von bürgerlicher Seite

Kritik kommt von bürgerlicher Seite, für die der Kauf "nicht unbedingt dringlich" ist, wie Severin Pflüger, Präsident FDP Stadt Zürich, auf Anfrage sagte. Zudem habe die Stadt mit der Liegenschaft nichts konkretes vor.

FDP, SVP und CVP wollen aber keinen Rekurs gegen dieses Geschäft erheben, wie sie dies nach dem ebenfalls dringlichen Kauf von drei Liegenschaften im Quartier Aussersihl machten. Die Einsprache bei den als "Gammelhäuser" in die Schlagzeilen geratenen Häuser habe Priorität, sagte Pflüger weiter.

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