Tötungsdelikt

Zürcher Staatsanwalt akzeptiert Freispruch im «Fall Godzilla» nicht

Das Urteil des Zürcher Obergericht im «Fall Godzilla» wird umgestossen  (Symbolbild)

Das Urteil des Zürcher Obergericht im «Fall Godzilla» wird umgestossen (Symbolbild)

Das Bundesgericht wird sich mit dem sogenannten Fall «Godzilla» befassen müssen: Die Staatsanwaltschaft fordert, dass das Urteil des Zürcher Obergerichts umgestossen wird. Dieses sprach die Fitnesstrainerin frei, welche im November 2012 in Zürich-Affoltern ihren Freund mit fünf Schüssen getötet hatte.

Die Staatsanwaltschaft entschied nach dem Studium des schriftlichen Urteils, beim Bundesgericht eine Beschwerde einzulegen, bestätigte die Oberstaatsanwaltschaft Zürich am Dienstag eine entsprechende Online-Meldung des "Tages-Anzeigers".

Bereits kurz nach dem überraschenden Freispruch am 21. April dieses Jahres hatte der zuständige Staatsanwalt nicht ausgeschlossen, nach Lausanne zu gelangen. Er verlangt, dass der Freispruch aufgehoben und der Fall erneut beurteilt wird.

Die 35-jährige Schweizerin hatte im November 2012 ihren brasilianischen Freund, einen unter dem Namen "Godzilla" bekannten Kampfsportler, mit fünf Schüssen getötet. Vor Obergericht hatte sie geltend gemacht, dass sie von ihm bedroht und angegriffen worden sei. Es sei letztlich um die Frage gegangen, "entweder sterbe ich oder er stirbt".

Die Frau habe einen Menschen umgebracht, hielt das Obergericht in seiner mündlichen Urteilsbegründung unmissverständlich fest. Doch habe sie in einem gerade noch entschuldbaren Notwehrexzess gehandelt. Sie sei psychisch in einem Überlebensmodus gewesen.

Das Bezirksgericht hatte es zuvor noch anders gesehen. Es hatte die Frau in erster Instanz der vorsätzlichen Tötung für schuldig befunden und zu einer Freiheitsstrafe von fünf Jahren verurteilt. Der zuständige Staatsanwalt hatte vor Bezirksgericht eine Strafe von 13 Jahren gefordert, vor Obergericht eine solche von achteinhalb Jahren.

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