Das städtische Projekt für gemeinnützigen Wohnungsbau auf dem heute noch besetzten Koch-Areal ist seit gestern einen Schritt weiter. Das Zürcher Stimmvolk hat mit 72,7 Prozent einen Objektkredit in der Höhe von 35 Millionen Franken sowie einen Projektierungskredit von knapp 7 Millionen Franken genehmigt. Finanzvorsteher Daniel Leupi (Grüne) sagte zum Resultat: «Jetzt können wir auf dem Areal anfangen zu kochen.»

Bis 2023 sollen 350 preisgünstige Wohnungen auf dem Areal entstehen. Als Bauherren und Investoren wurden bereits letzten Herbst die Genossenschaften ABZ und Kraftwerk 1 von der Stadt ausgewählt. Sie sind für 300 gemeinnützige Wohnungen auf dem Areal zuständig.

Die restlichen 50 Wohnungen würden durch die städtische Stiftung für kinderreiche Familien angeboten. Zudem sind ein Gewerbehaus und ein rund 13 200 Quadratmeter grosser, öffentlich zugänglicher Park auf dem Areal vorgesehen.

Die Realisierung des Gewerbehauses und des Quartierparks, der die schützenswerte Kohlenlagerhalle umfasst, sind Gegenstand separater Vorlagen, über die das Zürcher Stimmvolk zu einem späteren Zeitpunkt befinden wird.

Unterstützt wurde die Vorlage von der SP, welche das deutliche Abstimmungsresultat als Vertrauensbeweis in ihre städtische Wohn- und Bodenpolitik werten. Auch die Grünen, die AL, die GLP und die CVP standen hinter dem städtischen Vorhaben.

Damit das Ja des Stimmvolkes zum gemeinnützigen Wohnungsbau aber tatsächlich umgesetzt werden kann, musste die FDP-Initiative «Wohnen und Leben auf dem Koch-Areal», die ebenfalls gestern zur Abstimmung kam, abgelehnt werden. Und genau das tat das Zürcher Stimmvolk mit einem Nein-Stimmen-Anteil von 65,1 Prozent.

Die neben der FDP auch von der SVP und CVP unterstützte Vorlage wollte die Stadt verpflichten, das Areal an einen privaten Bauherrn zu verkaufen. Die CVP unterstützte beide Vorlagen, weil «der Steuerzahler eine Wahl haben soll». Trotz des klaren Votums der Stadtzürcher Bevölkerung ist die FDP überzeugt, dass Private auf dem Areal ebenso günstige Wohnungen hätten bauen können.

Mit der bürgerlichen Initiative wäre der städtische Kauf des Areals von 2013 rückgängig gemacht worden. Damals erwarb die Stadt das Areal von der UBS für 70,2 Millionen Franken. Seither ist es besetzt und sorgte besonders 2016 für grosse Aufmerksamkeit. Anwohner des Quartiers Altstetten beschwerten sich wiederholt über den Lärm, der bei Partys auf dem Gelände verursacht wurde.

In der Folge sorgte der Stadtrat dafür, dass es auf dem besetzten Areal leiser und feuersicherer wurde. Dies attestierte das Statthalteramt Bezirk Zürich im Frühling. Die Besetzer sollen bis zum geplanten Baustart im Jahr 2021 bleiben, denn der Stadtrat lehnt Räumungen auf Vorrat ab.