Zwangsheirat

Zürcher Regierung hält fest: Ehe mit Minderjährigen muss nicht unbedingt Zwangsehe sein

Zwangsheiraten sind vor allem in den ärmeren Gegenden der Welt verbreitet – oft, wenn Eltern nicht mehr ihre ganze Familie durchbringen können. (Archivbild)

Zwangsheiraten sind vor allem in den ärmeren Gegenden der Welt verbreitet – oft, wenn Eltern nicht mehr ihre ganze Familie durchbringen können. (Archivbild)

Im Kanton Zürich leben sieben minderjährige Frauen, die verheiratet sind. Dies schreibt der Zürcher Regierungsrat auf eine dringliche Anfrage von SVP, BDP und EDU zum Thema «Kinderehen». Er hält dabei fest: «Eine Ehe mit Minderjährigen muss jedoch nicht zwingend auch eine Zwangsheirat sein.»

In der Schweiz würden gemäss Medienberichten immer häufiger "Kinderehen" bei Flüchtlingen festgestellt, hielten SVP-, BDP- und EDU-Kantonsräte in ihrer Anfrage fest. Sie forderten deshalb konkrete Zahlen, wie die Situation im Kanton Zürich aussieht.

Gemäss Zahlen des Statistischen Amtes des Kantons Zürich waren am Stichdatum 31. Dezember 2015 sieben minderjährige verheiratete Personen registriert. Laut Regierungsrat handelte es sich dabei ausschliesslich um Frauen im Alter zwischen 16 und 18 Jahren. Drei von ihnen verfügten über eine Aufenthaltsbewilligung (Ausweis B). Die vier weiteren waren Asylsuchende (Ausweis N).

Wie der Regierungsrat in seiner am Donnerstag veröffentlichten Antwort schreibt, sind im Ausland gültig geschlossene Ehen grundsätzlich auch in der Schweiz gültig.

Bei Ehen von Unmündigen oder bei einer Zwangsehe kann die Oberstaatsanwaltschaft eine Klage auf Ungültigkeitserklärung der Ehe erheben, erläutert der Regierungsrat. Die Behörden des Bundes oder der Kantone würden entsprechende Hinweise melden.

Eine Ehe, zu der einer der Ehepartner welchen Alters auch immer nicht freiwillig einwilligte, ist zwingend ungültig, hält der Regierungsrat weiter fest. Eine solche Zwangsehe sei zudem auch mit Strafe belegt.

Eine Ehe mit Minderjährigen über 16 Jahren müsse hingegen nicht zwingend zur Auflösung führen: Das Schweizerische Zivilgesetzbuch sieht die Fortführung der Ehe vor, wenn diese "den überwiegenden Interessen" des minderjährigen Ehegattens entspricht.

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