Bildungsdirektorin Silvia Steiner (CVP) sagte, der Regierungsrat nehme mit grosser Freude zur Kenntnis, dass die Vorlage abgelehnt worden sei. "Dass es in der heutigen Zeit ein familienergänzendes Angebot braucht, ist unbestritten", sagte sie. Die Zuständigkeit liege aber bei den Gemeinden.

"In den letzten Jahren hat sich die Zahl der Betreuungsplätze verdoppelt", sagte Steiner weiter. Die Bildungsdirektion habe Initiative gezeigt, die Krippen-Richtlinien gelockert und die Administration entlastet.

Initiativ-Komitee enttäuscht

Das Initiativ-Komitee sprach in einer Mitteilung von einem "enttäuschenden Resultat" und einem "überraschend schlechten Ergebnis". Die Initiative erreichte nur 29,48 Prozent Ja-Stimmen.

Das Komitee fordert dennoch: "Jetzt sind Lösungsvorschläge gefragt." Mit dem Abbau administrativer Hürden sei das Finanzierungsproblem aber nicht gelöst.

Das überparteiliche Komitee "Krippensteuer Nein" teilte nach der Entscheidung mit, dass die zusätzlichen Kosten für Unternehmen vor allem KMU und Arbeitsplätze gefährdet hätten. Das Komitee besteht aus FDP, SVP, CVP, kantonalem Gewerbeverband, Zürcher Handelskammer und dem Verband Zürcher Handelsfirmen.

SVP: "Eine neue Steuer verhindert"

Nach Meinung des Komitees setzt die Wirtschaft Massnahmen zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf bereits heute in ausreichendem Masse um. Es brauche keine weiteren Vorschriften - im Gegenteil. "Der richtige Weg zur Senkung der Betreuungskosten ist die Entbürokratisierung der Führung von Kinderkrippen."

Die SVP wiederum freute sich, dass das Zürcher Stimmvolk "eine neue Steuer verhindert hat". Bei einem Ja wären die Unternehmen ihrer Meinung nach weiter geschröpft worden. Die Partei sprach sich zwar ebenfalls dafür aus, dass die Krippenkosten gesenkt werden. Eigentlich sei die Kinderbetreuung aber immer noch Sache der Eltern.