Kirchenparlament

Zürcher Reformierte zahlen neu Miete für Rathaus

Zürcher Rathaus

Zürcher Rathaus

Die Reformierten tagen weiterhin im Zürcher Rathaus - auch wenn sie dafür ab 2012 zahlen müssen. Das evangelisch- reformierte Kirchenparlament des Kantons Zürich, die Synode, hat am Dienstag einen jährlichen Mietzins von 72'000 Franken gutgeheissen.

Neben dem Kanton, dem das Rathaus gehört, nutzen es auch die Stadt Zürich sowie die reformierte und die katholische Kirche. Bislang war das unentgeltlich. Neu verlangt der Kanton einen Mietzins, auch von der Stadt Zürich.

Trotz der finanziellen Belastung will die Landeskirche das Rathaus weiterhin nutzen. Dies einerseits aus praktischen Überlegungen, weil Alternativen eher die teurere Lösung wären. Andererseits müsse sich «die Landeskirche als Körperschaft des öffentlichen Rechts in ihrem Handeln der Öffentlichkeit stellen», stellte der Kirchenrat fest.

Die Kirchensynode stimmte dem Kredit mit grossem Mehr zu. Sie folgte damit dem Motto «zahlen statt zügeln» von Kirchenrat Fritz Oesch, der als neuer Ressortleiter Finanzen für das Geschäft zuständig ist.

Der Kredit war aber nicht unbestritten. Ein Synodale wies darauf hin, dass in dieser Neuregelung die veränderte Sicht des Staates auf die Kirchen zum Ausdruck komme. Es werde nicht mehr die in Jahrhunderten gewachsene Partnerschaft gewürdigt, sondern mehr ein Auftragsverhältnis gepflegt.

Andere Votanten wollten das Geld lieber für gestrichene Beiträge an soziale Institutionen verwenden als dem Staat abzuliefern. Am Ende der Debatte überzeugte aber die Haltung, die ein Synodale zum Ausdruck brachte: «Mit der Präsenz im Rathaus setzen wir ein symbolisches Zeichen, dass wir als Kirche in diesem Kanton und für diesen Kanton wirken.»

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