Der Reformprozess "KirchGemeindePlus" läuft seit 2012. Im vergangenen November wies die Kirchensynode einen Bericht zurück - wegen offener Fragen im Reformprozess. Am Dienstag wurde vor dem erneut zusammengetretenen Kirchenparlament ein Zusatzbericht präsentiert.

Grundsätzlich hält der Kirchenrat an der inhaltlichen Stossrichtung von "KirchGemeindePlus" fest, führte Kirchenrat Daniel Reuter aus. Die neuen Strukturen sollten eigentlich 2019 umgesetzt sein. Der Kirchenrat will nun "aber auf die unterschiedlichen Tempi in den Kirchgemeinden Rücksicht nehmen". Fusionen sollen deshalb bis 2023 möglich bleiben.

Die vorberatende Kommission unterstützte an der Synodeversammlung das Projekt "KirchGemeindePlus" grundsätzlich, wollte aber vom Bericht nicht zustimmend Kenntnis nehmen.

Die Kommission kritisierte insbesondere, dass nur Zusammenschlüsse von Kirchgemeinden vorgesehen sind. Sie forderte, dass die Gemeinden auch alternative Kooperationsmodelle - beispielsweise Verbände - wählen können. Die Kirchensynode folgte dieser Sichtweise. Sie beauftragte den Kirchenrat, weitere denkbare Zusammenarbeitsformen in die anstehende Vernehmlassung aufzunehmen.

Die Kräfte bündeln

Die evangelisch-reformierte Kirche des Kantons Zürich will mit dem Reformprojekt ihre Kräfte bündeln. Sie rechnet in den kommenden Jahren mit weniger Mitgliedern - und damit auch mit weniger Steuereinnahmen.

Gemäss einer Prognose des Statistischen Amts des Kantons Zürich ist bis 2040 von einem Rückgang um 22 Prozent auszugehen. 2015 wurden 445'000 Mitglieder gezählt, 2040 wären es noch 346'000.

Der vorgesehene Zusammenschluss von heute 174 zu künftig 39 reformierte Kirchgemeinden im Kanton Zürich will die Landeskirche aber nicht nur als Sparübung verstehen. Die Kirche soll - dank grösseren Gemeinden - auch "näher, vielfältiger, profilierter" werden.

So kann in einer kleinen Kirchgemeinde die einzige Pfarrperson vielleicht nur Zugang zu einem Teil der Bevölkerung finden. In grösseren Kirchgemeinden könnten mehrere Pfarrpersonen tätig sein, die verschiedene Bereiche abdecken, heisst es im Reformprojekt "KirchGemeindePlus" unter anderem.