Es handle es um einen Akt der demokratischen Redlichkeit, befand die Mehrheit des Kantonsrates am Montag: Sie ging davon aus, dass die Stimmbürger im September 2011 dem 570-Millionen-Kredit für das PJZ insbesondere deshalb zugestimmt haben, weil ihnen zugesichert wurde, dass im Gegenzug das Kasernenareal im Zürcher Stadtkreis 4 frei werde.

Anfänglich sollte auch wirklich die gesamte Polizei ins PJZ zügeln. Doch seit Beginn der Planung habe sich viel verändert, sodass der Platz im Neubau nicht ausreichen werde, hatte Baudirektor Markus Kägi (SVP) im Januar bei der ersten Debatte erklärt. Einzelne Führungsbereiche der Kantonspolizei hätten deshalb weiterhin in der Polizeikaserne verbleiben sollen.

Da dieses Gebäude nur sieben Prozent der Gesamtfläche des Kasernenareals beansprucht, glaubte der Regierungsrat, sein Versprechen an die Stimmbevölkerung dennoch einzuhalten. Er verwies darauf, dass ja die Militärkaserne frei, das Gefängnisprovisorium abgebaut und die Wiese als Park zugänglich würden. Zudem werden die Zeughäuser der Stadt Zürich im Baurecht abgegeben.

So soll das Polizei- und Justizzentrum aussehen:

Versprechen im Gesetz verankert

Für den Kantonsrat war dies aber nicht genug: Er befürwortete deshalb die Parlamentarische Initiative mit dem Titel "Wort halten!" von FDP, SP und GLP am Montag definitiv.

Im PJZ-Gesetz wird nun explizit festgehalten, dass auf den Zeitpunkt des Bezugs des Polizei- und Justizzentrums das bisher genutzte Kasernenareal sowie dessen Gebäude für eine andere Nutzung vollständig freigegeben werden.

Mit dem Bau des PJZ auf dem Areal des ehemaligen Güterbahnhofs soll nach jahrelangen Planungen nun im Mai begonnen werden. Gemäss Zeitplan wird das Gebäude, in welchem über 30 Standorte von Polizei und Justiz unter einem Dach vereint werden, ab Ende 2020 etappenweise bezogen.

Wo die Abteilungen untergebracht werden, die der Regierungsrat auf dem Kasernenareal belassen wollte, ist noch unklar.