Leichenteile fotografiert

Zürcher Polizei ermittelt wegen Störung des Totenfriedens

(Archiv)

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Gegen zwei ehemalige Mitarbeitende der Uni Zürich läuft ein Ermittlungsverfahren. Es seien Abklärungen wegen Störung des Totenfriedens eingeleitet worden, bestätigte Werner Benz, Sprecher der Kantonspolizei Zürich.

Anfang August war bekannt geworden, dass eine Aushilfskraft unerlaubt Präparate der anatomischen Sammlung der Universität fotografiert, diese bearbeitet und auf dem Bilderdienst «Instagram» veröffentlicht hat. Auf einem der Fotos posierte eine Praktikantin des Anatomischen Instituts mit einem präparierten menschlichen Arm in den Händen.

Die Universität verurteilte die Bearbeitung und Veröffentlichung der Bilder als «pietätlos und inakzeptabel». Die Aufnahmen aus der nicht öffentlichen Sammlung seien auf eine «verhöhnende Art und Weise» bearbeitet und zum Teil mit Text versehen worden.

Die Aushilfskraft und die Praktikantin arbeiten inzwischen nicht mehr am Anatomischen Institut. Ausgestanden ist für sie die Sache allerdings noch nicht.

Da es sich um ein Offizialdelikt handelt, ist die Kantonspolizei von sich aus aktiv geworden. Sie klärt ab, ob sich die Beiden gemäss Artikel 262 des Strafgesetzbuches schuldig gemacht haben. Demnach können die «Verunehrung» oder die «öffentliche Beschimpfung» eines Leichnams mit einer Freiheitsstrafe oder einer Geldbusse bestraft werden.

Im nicht öffentlichen Teil der anatomischen Sammlung der Uni Zürich lagern verschiedene menschliche Körperteile und Organe. Verstorbene haben ihren Körper dem Institut überlassen, damit dieser für Forschung und die Ausbildung verwendet werden kann.

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