Gesundheit

Zürcher Patientendossier mit Zusatzleistungen finanzieren

Im Kanton Zürich bald in elektronischer Form: Patientendossiers.

Im Kanton Zürich bald in elektronischer Form: Patientendossiers.

Die Einführung des Elektronischen Patientendossiers (EPD) im Kanton Zürich rückt näher. Der Trägerverein ZAD hat als Partner für den Aufbau und den Betrieb einer EPD-Gemeinschaft die Swisscom Health AG ausgewählt.

Kern der Gemeinschaft ist eine zentrale Plattform, an die sich Leistungserbringer wie Spitäler, Ärzte, Pflegeheime, Spitex, Apotheken usw. anschliessen können, um gegenseitig Daten auszutauschen. Andererseits können die Versicherten über diese Plattform ihr eigenes Elektronisches Patientendossier eröffnen und verwalten, wie der Trägerverein ZAD am Mittwoch mitteilte.

Die zentrale Plattform der Gemeinschaft biete über das EPD hinaus vielfältige Möglichkeiten, um die Zusammenarbeit der Leistungserbringer zu unterstützen und den Versicherten gesundheitsbezogene Dienstleistungen anzubieten. "Die notwendige Infrastruktur kann und soll über nutzbringende Mehrwertdienste mitfinanziert werden", heisst es in der Mitteilung.

Aus diesem Grunde habe der Trägerverein im Rahmen des Ausschreibungsverfahrens mit den Anbietern einen Dialog geführt, um die gegenseitigen Möglichkeiten eines nachhaltigen Finanzierungsmodells auszuloten. Sowohl der Trägerverein als auch Swisscom Health AG beurteilten dieses Verfahren als "nützlich und konstruktiv".

Rezeptausstellung über EPD

"Nutzbringende Mehrwertdienste" haben keinen direkten Bezug zum Patientendossier und werden ausschliesslich von den Leistungserbringern genutzt und angeboten, wie Samuel Eglin, Präsident des Trägervereins, auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda sagte. Denkbar seien etwa Rezeptausstellungen durch Ärzte, Terminreservationen in Spitälern oder die elektronische Rechnungsstellung.

Mit dem technischen Aufbau der Plattform soll laut Eglin Anfang des nächsten Jahres begonnen werden. In verschiedenen Schritten sollen zunächst die Mehrwertdienste aufgeschaltet werden. Das EPD selbst kann erst auf die Plattform geladen werden, wenn die Ausführungsbestimmungen des Bundes vorliegen und beispielsweise die Rahmenbedingungen für die Patientenidentifikation bekannt sind.

Freiwillig für Patienten

Der Trägerverein ZAD wurde vor einem Jahr gegründet. Angeschlossen sind der Verband Zürcher Krankenhäuser, Ärztegesellschaft, Spitex-Verband, Apothekerverband und Curaviva.

Mit dem EPD soll in Zukunft jede Person die Möglichkeit haben, ihre medizinischen Daten Fachpersonen aus dem Gesundheitswesen zugänglich zu machen. Dies soll dazu beitragen, die Qualität der Behandlungsprozesse zu erhöhen, die Sicherheit der Patienten zu verbessern und die Effizienz des Gesundheitswesens zu steigern.

Das EPD soll grundsätzlich freiwillig sein. Die Patientinnen und Patienten können selber entscheiden, ob sie eine elektronische Sammlung von Gesundheitsdaten anlegen wollen.

Zudem sollen sie den Zugriff einschränken und Einsicht in die gespeicherten Daten nehmen können. Ärzte und andere Fachpersonen können nur zugreifen, wenn sie von den Patienten die Erlaubnis dafür erhalten. Krankenkassen und Arbeitgeber haben keinen Zugang zu den Daten. Zwingend dem EPD anschliessen müssen sich gemäss dem Gesetz des Bundes die Spitäler und Heime.

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