Persönlichkeitsverletzung

Zürcher Obergericht weist Klage der «Weltwoche» gegen die «NZZ» ab

Zürcher Obergericht

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Das Zürcher Obergericht hat eine Klage der «Weltwoche» gegen die «Neue Zürcher Zeitung» abgewiesen. Der Entscheid des Bezirksgerichts Zürich sei von der Berufungsinstanz vollumfänglich bestätigt worden, heisst es in der Freitagausgabe der «NZZ».

Die Weltwoche Verlags AG und deren Eigentümer und Chefredaktor Roger Köppel hatten der «NZZ» vorgeworfen, sie habe in einem Artikel über die fehlende Transparenz der Besitzverhältnisse bei der «Weltwoche» die Persönlichkeitsrechte der beiden Kläger verletzt sowie gegen das Wettbewerbsrecht verstossen.

Thematisiert worden waren im Artikel auf der Medienseite der «NZZ» Gerüchte und Unklarheiten in Zusammenhang mit dem Verkauf der «Weltwoche». Diese war 2006 an Roger Köppel verkauft worden.

Das Bezirksgericht urteilte in erster Instanz, dass die Frage nach der redaktionellen Einflussnahme durch Dritte bei der «Weltwoche» im Sinne des öffentlichen Interesses habe gestellt werden dürfen. Anderweitige Verletzungen der Persönlichkeit seien nicht zu erkennen.

Obergericht bestätigt Vorinstanz

Im Berufungsverfahren hatten Köppel und sein Verlag unter anderem geltend gemacht, das Bezirksgericht habe ihnen das rechtliche Gehör verweigert, der Sachverhalt sei nicht richtig erstellt und es sei keine Interessenabwägung vorgenommen worden.

All diese Rügen wurden von der Berufungsinstanz «verworfen» und die Klage abgewiesen, wie aus dem der sda vorliegenden Urteil hervorgeht. Die Berufung von «Weltwoche» und Köppel hätten sich insgesamt als unbegründet erwiesen, heisst es in der 31-seitigen Schrift.

Da die «Weltwoche» und Roger Köppel mit ihrer Klage vollständig unterlagen, hat ihnen das Obergericht die Gerichtskosten für die Berufung von 8000 Franken auferlegt. Zudem wurden sie verpflichtet, der Gegenpartei eine Parteienentschädigung von 4320 Franken zu bezahlen.

Ob Köppel das Urteil akzeptieren oder ans Bundesgericht weiterziehen wird, ist offen. Der Eigentümer und Verleger der «Weltwoche» war am Freitag für eine Stellungnahme nicht erreichbar. Er weilt in den Ferien.

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