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Zürcher Obergericht lässt Dignitas-Beschwerde abblitzen

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Das Gericht ist nicht auf eine Beschwerde der Sterbehilfeorganisation Dignitas gegen die Zürcher Staatsanwaltschaft eingetreten. Dignitas warf der Staatsanwaltschaft vor, sie habe sich im Sommer 2012 rechtswidrig in eine Freitodbegleitung eingemischt

Das Zürcher Obergericht ist nicht auf eine Beschwerde der Sterbehilfeorganisation Dignitas gegen die Zürcher Staatsanwaltschaft eingetreten. Dignitas warf der Staatsanwaltschaft vor, sie habe sich im letzten Sommer rechtswidrig in eine Freitodbegleitung eingemischt.

Nach Ansicht der dritten Strafkammer des Obergerichts war der Verein Dignitas vom Vorfall, bei dem die sterbewillige Frau im Zentrum stand, «nur mittelbar betroffen». Diese zu wenig direkte Betroffenheit genüge nicht als Beschwerdebefugnis, sagte Obergericht-Sprecherin Andrea Schmidheiny am Donnerstag. Sie bestätigte eine Meldung des «Zürcher Oberländers».

Anlass für die Beschwerde war eine Freitodbegleitung vom 2. August 2012 in Pfäffikon ZH. Den Sterbewunsch hatte eine 67-jährige Frau, die als Folge einer schweren Erbkrankheit nur noch etwa 35 Kilogramm schwer war. Sie hatte die Hälfte des Narkosemittels Natrium-Pentobarbital eingenommen und darauf das Bewusstsein verloren.

Die darauf aufgebotenen Behörden stellten fest, dass die Frau noch nicht tot war und liessen sie - trotz Protesten von Dignitas - ins Spital bringen, wo sie dann kurz nach der Einlieferung starb, wie Dignitas in einer Mitteilung vom letzten Sommer schrieb. Die Sterbehilfeorgnisation bezeichnet die Behandlung der sterbewilligen Person durch die Behörden als «pietätlos» und «sachlich falsch».

Bereits am 18. Februar 2013 entschied das Obergericht nach Auskunft von Schmidheiny, nicht auf die Beschwerde einzutreten. Der Verein Dignitas habe den Entschied inzwischen angefochten, worauf das Bundesgericht zu entscheiden habe, fügte die Obergericht-Sprecherin an.

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