Die neue Verkehrsführung sieht je eine Spur pro Fahrtrichtung vor und einen Rettungs- und Pannenstreifen in der Mitte. Laut ASTRA hat sich die Massnahme bewährt und positiv auf das Unfallgeschehen und den Verkehrsfluss ausgewirkt.

Für den ACS Zürich entsprechen die Argumente des ASTRA nicht den effektiven Tatsachen, wie er am Mittwoch mitteilte. Als einer der Hauptgründe für die definitive Sperrung der Fahrspur werde die Gefahr einer Frontalkollision im Milchbucktunnel angeführt, obwohl sich bisher nie ein solcher Unfall ereignet habe.

Das dem Entscheid zu Grunde liegende Gutachten des ASTRA basiere auf undurchsichtigem Zahlenmaterial. Bei der Analyse der Unfallzahlen sei lediglich der Spurabbau berücksichtigt worden; nicht aber die Temporeduktion während der Bauarbeiten und die geringere Durchschnittsgeschwindigkeit nach den Bauarbeiten.

Ausserdem berücksichtige das Gutachten nicht die erhöhte Gefahr von Auffahrunfällen bei einer einzigen verbleibenden Spur, schreibt der ACS. Ein Pannenstreifen in der Mitte der beiden Fahrbahnen stelle eine erhöhte Gefahr für Pannenverursacher und Pannenhelfer dar.

Nach Berechnungen des ACS Zürich führt der Wegfall der mittleren Fahrspur zu einer Kapazitätsverminderung von 100 Fahrzeugen pro Stunde. In den Abendspitzenstunden komme es zu negativen Auswirkungen auf die angrenzenden Verkehrsachsen und zu unnötigen Staus in der Innenstadt.