Im Wesentlichen hängt das Rollenverständnis vom Alter und Geschlecht ab, wie das Präsidialdepartement der Stadt Zürich am Donnerstag mitteilte. Es stützt sich bei diesem Befund auf die Ergebnisse der thematischen Erhebung "Familien und Generationen" des Bundesamtes für Statistik (BFS).

So gilt beim Rollenverständis tendenziell: je jünger desto egalitärer, je älter desto traditioneller. Zudem haben Männer häufiger ein traditionelleres Rollenverständnis als Frauen.

Besonders deutlich wird dies bei der Betreuung kleiner Kinder. Von den 20- bis 39-Jährigen finden zwei Drittel sowohl der Frauen als auch der Männer, dass sich beide Geschlechter gleich gut um kleine Kinder kümmern können.

Bei den 60- bis 79-Jährigen ist dagegen bloss ein Drittel der Männer der Meinung, dass das Geschlecht bei der Kinderbetreuung keine Rolle spielt. Unter den 60- bis 79-jährigen Frauen haben fast doppelt so viele ein egalitäres Rollenverständnis.

Kluft zwischen Wunsch und Wirklichkeit

Mehr als zwei Drittel der Zürcherinnen und Zürcher vertreten zudem die Meinung, dass Mütter und Väter gleichermassen Geld für den Unterhalt der Familie verdienen sollten. Doch auch in dieser Beziehung klaffen Vorstellung und Wirklichkeit auseinander.

So hat nur ein Drittel der 30- bis 59-jährigen Paare mit egalitärem Rollenverständnis dieses auch tatsächlich in ein egalitäres Erwerbsmodell umgesetzt. Von den eigentlich egalitär eingestellten Paaren seien 52 Prozent in nicht egalitären Erwerbsmodellen tätig, schreibt das Präsidialdepartement.

So arbeitet bei 36 Prozent der Paare die Frau Teilzeit und der Mann Vollzeit. In 16 Prozent der Fälle hat der Mann einen Vollzeitjob und die Frau ist nicht erwerbstätig.

Gegen 90 Prozent der Zürcherinnen und Zürcher finden, das eine universitäre Bildung für Frauen und Männer gleich wichtig ist. Und auch bezüglich Politik ist das egalitäre Rollenverständnis vorherrschend: 81 Prozent sind der Meinung, dass Frauen und Männer als politische Führungspersonen gleich gut geeignet sind.